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Inspiration

Warum Vergebung die mächtigste Waffe und der größte Schlüssel zur Freiheit ist. Und die einzige Option für dich.

 

Vergebung ist ganz bestimmt kein Thema, welches Clickbating-Schlagzeilen verursacht:
das Wort klingt eher nach Mutter Theresa.
Nach Old School.
Nach Jesus-Sandalen.
Nach abstrakter gefühlsbetonter Handlung.
Nach Schwäche und Nachgeben.

Keinesfalls sexy-entschlossen und „Ich nehme mein Leben in die Hand“-mäßig.

Ich bin davon überzeugt:
Vergebung ist eins der am meisten unterschätzten und falsch verstandenen Themen überhaupt (for a reason! Aber dazu gleich mehr).
Es ist weder lahm noch langweilig, sondern eine absolut effektive und mächtige Waffe, die negative Einflüsse aus deinem Leben für immer entfernt, und dich am Ende als Gewinner dastehen lässt.

Wer das Folgende liest, der sei vorab gewarnt:
Was nachfolgend kommt, wird dir nicht unbedingt gefallen, du wirst nicht überall vor Begeisterung „Juhuuu!“ schreien, und im Kopf zig „Aber Joanna, bei mir…“- Gegenargumente formulieren.
Ich schreibe das nicht, um kontroverse Diskussionen auszulösen oder zu polarisieren.
Ich schreibe, wie es IST und was dir WIRKLICH hilft, ob es dir gerade emotional passt oder nicht, ist nicht so entscheidend.
Auf lange Sicht tut es dir gut, und nur das zählt.
Das gilt natürlich für alle Coaching-Posts, aber diesmal ganz besonders, weil a) es wirklich an die Substanz geht und b) du mir vertrauen musst, weil es sonst fast unmöglich erscheint.

Die Letzten können also an dieser Stelle noch aussteigen, und zum verbliebenen Rest:

Bereit?

1. Vergebung betrifft jeden.

Ich habe es bereits Tausend mal geschrieben:
die Welt ist böse, den Teufel gibt’s, deal with it.
Es ist nicht alles Lieeeebeee, und wer das behautet, hängt einer romantisierten Wunschvorstellung nach.

Es gibt Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen oder verlassen.
Es gibt Partner, die betrügen, verletzen und misshandeln.
Es gibt Freunde, die verleumden und das Vertrauen missbrauchen.
Es gibt Menschen, die Böses tun, um anderen Schaden zuzufügen, manche unbewusst, manche mit voller Absicht.
Und höchstwahrscheinlich hast du etwas davon schon mal erlebt.
Und es wird wieder passieren, so sehr ich mir das Gegenteil für dich wünschen würde.

Solche Erfahrungen sind nicht nur enorm schmerzhaft im Augenblick, sondern haben oft Konsequenzen, die weit in die Zukunft hineinreichen.
Manche böse Handlung tut nicht nur momentan weh, sondern hinterlässt tiefe Wunden.
Manche Verletzung bewirkt konkrete Veränderungen in deinem Leben.
Machmal entsteht tatsächlicher Schaden, der Auswirkungen auf dein gesamtes Leben hat, sei es familiär, sei es finanziell, sei es umständemäßig, beziehungstechnisch: so richtig konkret praktisch.
Weit über das Weinen und das gebrochene Vertrauen hinaus musst du eventuell mit großen Lebensveränderungen zurecht kommen – und das nicht, weil du es so entschieden hast und so wolltest, sondern weil die böse Handlung von jemand anderem dir keine Wahl lässt.

Das ist dann ganz besonders ungerecht, und schreit geradezu nach Vergeltung, denn:
„Hätte dieses Arschloch nicht, dann…“ – dann wäre das Schlimme nicht passiert.

Das Bedürfnis nach Gerechtigkeit ist in uns allen tief ausgeprägt, und damit es nicht mehr so weh tut, würden wir am liebsten dem anderen Schmerz zufügen, Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Oder ihm zumindest für den Rest unseres Lebens hassen, wenn man es ihm schon nicht direkt heimzahlen kann.
Die Verletzung tut immer weh, ganz egal, wie lange sie her ist – manchmal verdrängt man sie, und erlebt sie mit einer ungeahnten Heftigkeit bei einem Aufeinandertreffen oder ähnlichem Erlebnis.

Der Vorwurf, der Schmerz, die Wut, der Hass sind ständige Begleiter – bis hin zur vollkommen Verbitterung und negativen Persönlichkeitsveränderung.

Solltest du dich darin wieder erkennen, dann habe ich wirklich gute Nachrichten für dich:
Heute wird sich das alles für dich zum Gutem wenden.

Und das geht so:

2. Warum Vergebung die einzige Option für dich ist.

Du musst mir glauben:
Ich kann den Schmerz und die Wut so, so gut verstehen, all die Tränen und die Enttäuschung und das immer wiederkehrende:
„Wie konnte sie/er nur…?“
Ja, es hat wehgetan. Und tut es eventuell immer noch.
Ich mache dir keinen Vorwurf deswegen.

Das ist vielleicht neu für dich, aber:
Vergebung hat NICHTS mit der anderen Person, sondern ALLES mit dir zu tun.

Die andere Person war böse – das war IHR Part.
Darüber hast/hattest du keine Kontrolle.
Worüber du aber die volle Entscheidungsgewalt hast, ist DEIN Leben.

Wenn du der Person nicht B E W U S S T vergibst (wie das genau geht, dazu kommen wir gleich), wird ein Teil dieser zerstörerischen, verletzenden Energie für immer ein Teil von dir bleiben.
Du erlaubst (unbewusst, weil es so weh tut. Wieder: Ich mache dir keinen Vorwurf!), dass dieser Schmerz einen Raum in deinem Herzen, deinen Gefühlen und deinem Körper bekommt.
Und dieser Schmerz richtet Schaden an. Fortwährend.

Du musst es dir so vorstellen:
Eine Verletzung und die darauf folgende Unvergebenheit ist immer eine Öffnung für eine zerstörerische Energie – bzw. der Versuch, durch diese Zerstörung dein Leben für immer negativ zu prägen.
Es ist wie eine Tür, durch die negative Gedanken und Gefühle UNGEFRAGT rein und rausspazieren werden.
Und diese Gedanken und Gefühle werden dich quälen, dir das Leben schwer machen, wichtige, zukünftige Entscheidungen negativ beeinflußen (z.B. erneute Partnerwahl. Oder allgemein die Art, wie du Beziehungen gestaltest.) und werden dich NIEMALS freiwillig verlassen.
Dafür ist der Einfluß auf dein Leben viel zu effektiv.
Unvergebenheit ist DAS Tool schlechthin, um dich fertig zu machen.
Und zwar nicht ein mal, sondern DAUERHAFT.

Verstehst du, was ich sagen will?
Das Eine ist, was dir passiert ist – das war schlimm, keine Frage.
Das Andere ist, was Unvergebenheit anrichtet – das ist absolut zerstörerisch und hochgefährlich.

Eine Verletzung, die über eine lange Zeit nicht vergeben wird, verwandelt sich in Bitterkeit.
Bitterkeit ist ein Gefängnis, welches nicht nur emotionale (schlimm genug!), sondern konkrete körperliche Folgen hat:
Schlafstörungen, Magen-Darmprobleme, Essstörungen, usw.

Und du willst doch niemals bitter werden, stimmt’s?

2. Vergebung ist kein Nachgeben und kein Schwächebekenntnis.

Vergebung ist pure Machtausübung.

„Das verzeihe ich dir NIE.“ klingt so überlegen und so hart.
Dabei hat der Teufel genau das erreicht, was er wollte: er hat dauerhaft (weil du es ja NIE verzeihst) seinen widerlichen Samen in dich hineingeplatzt, der dich nach und nach von innen vergiften wird.
Er wird dir deine ganze innere Schönheit und deine Leichtigkeit rauben, dir die Unbeschwertheit und das Glück trüben.
Du wirst dann immer diejenige sein, der übel mitgespielt wurde.
Die, der Schlimmes wiederfahren ist.
Die, die belogen und betrogen wurde.

Unvergebenheit ist Ohnmacht.
Vergebung ist bewusstes Handeln.
Vergebung ist ein NICHT ZULASSEN, dass der Giftpfeil ins Ziel trifft – schlimm genug, dass er abgeschossen wurde.

Zu verzeihen, heißt nicht, dass man das, was passiert ist, legitimiert oder abschwächt.
Es heißt nur, dass du auf dein Recht auf Vergeltung und Wiedergutmachung und Nachtragen verzichtest, UM DEINES GLÜCKS WILLEN.
Nicht wegen der anderen Person, WEGEN DIR.

Wenn du vergibst, lässt du nicht zu, dass diese Enttäuschung/Verletzung einen Tag länger deine Gedanken und deine Gefühle vergiftet, deine Persönlichkeit zerstört und dich fertig macht.
Wenn du vergibst, nimmst du der Waffe, die auf dich abgefeuert wurde, die Munition.
Vielmehr richtest DU zielsicher die Waffe gegen den Teufel, indem du sagst: „Schau an: Es war dazu gedacht, dass ich eine gebrochene, verletzte und verbitterte Person werde. Aber ich vergebe. Du kannst mir gar nichts.“

Ich verspreche dir:
Wenn du der Person, die dich so verletzt hat, und dir so viel Böses zugefügt hat, vergibst, wird diese Situation KEINE negativen Auswirkungen auf deine Persönlichkeit haben.
Ist also Vergebung eine mächtige Waffe oder was?!
Vergebung ist pure Machtausübung.

 

3. Wie man vergibt.

 – Du musst es nicht fühlen.

„Joanna, ich will ja vergeben, aber es tut sooo weh!“

Vergebung hat nichts damit zu tun, dass du den Schmerz nicht mehr fühlst.
Keine Verletzung wird mit der Zeit einfach so schwächer, darauf kannst du lange warten.
Sie wird höchstens nicht mehr so präsent, kann aber ihre zerstörerische Wirkung ungeachtet weiter entfalten (und manchmal wird sie sich ganz überraschend zeigen, z.B. beim Treffen der Person oder in Trigger-Situationen).

Vergebung ist eine Entscheidung.
Absolut freiwillig.
Niemals unter Zwang.
Du vergibst, indem du checkst, was eigentlich abgeht:
Ja, Vergebung kostet dich vielleicht Überwindung, ABER UNVERGEBENHEIT KOSTET DICH DEIN LEBEN.

Du erkennst, was hinter den Kulissen (= in deinem Herzen) passiert, übernimmst Verantwortung für dein Leben, und machst eine Ansage:
„Schlimm genug, was damals passiert ist. Aber ab sofort werde ich nicht länger zulassen, dass dieses Erlebnis mein Leben dauerhaft zerstört. Person XY, ich vergebe dir. Ich lasse dich los. Alles, was du mir angetan ist, ist dir verziehen. Ich werfe es dir nicht länger vor.“
(Und wenn du dabei weinst, ist es nicht schlimm. Es gilt auch, wenn man dabei weint.)

Das ist eine der mächtigsten und weitreichendsten Entscheidungen, die du jemals für dein Leben treffen kannst.
Du hast ja keine Ahnung, wie entscheidend das dein Leben zum Guten wenden wird.

Der Schmerz wird dann ganz von alleine verschwinden, vertraue mir.
Und nie mehr wiederkommen.

– Du brauchst keine Reue oder Entschuldigung des Gegenübers.

Natürlich fällt es einem emotional leichter, loszulassen, wenn der Schuldige das, was er dir angetan hat, bereut und das zum Ausdruck bringt.
Aber darauf würde ich niemals warten (Wenn ich der Teufel wäre, würde ich dich darauf einfach jahrelang warten lassen. Am besten für immer.)

Die Entscheidung, der Person die Schuld innerlich zu erlassen, hat NICHTS mit ihrem Verhalten und ALLES mit deiner inneren Gesundheit zu tun.
Du entfernst ihr Gift am effektivsten, wenn du sagst: „Person XY, Ich lasse dich los. Ich fordere keine Wiedergutmachung ein. Ich verzeihe dir vollkommen, als ob es nie passiert wäre.“

In Wahrheit ist das die EINZIGE Methode, das Gift zu entfernen:
Entweder du hältst es der Person vor „Du hast mein Leben zerstört! Du hast mir wehgetan!“, lebst mit den Konsequenzen, die das dann jahrelang für dich hat, und räumst der Person daraufhin ganz schön viel Macht über dein Leben ein.
Oder du verzeihst ihr für immer, und übst damit selbst Macht aus.

Eine Alternativoption existiert nicht.

– Zu Vergeben heißt nicht, dass man weiterhin Umgang mit der Person hat oder sie jemals wiedersehen muss.

Wichtiger Punkt:
du kannst jemandem, nachdem du ihm vergeben hast, zwar frei begegnen (das merkst du daran, dass – wenn du ihn siehst – keine ekligen Gefühle in dir aufsteigen, die du nicht kontrollieren kannst).
Aber das bedeutet nicht, dass du weiterhin dauerhaft mit dieser Person Kontakt haben musst!
Vor allem nicht, wenn keine Änderung ihrerseits in Sicht ist – das würde bedeuten, sich immer und immer wieder erneut den Verletzungen auszusetzen.
Das wäre das Dümmste überhaupt.

Das sieht dann so aus, dass du der Person zwar das Damalige nicht vorwirfst, aber den Umgang mit ihr einschränkst oder gar erstmal ganz unterbindest, weil ihre unverändert negative Art dir nicht gut tut.
Ist ja auch logisch, wer umgibt sich gerne mit Menschen, die einen immer wieder schlecht behandeln?
Allerdings ist Vergebung so mächtig, dass theoretisch ein erneuter Umgang jederzeit möglich wäre (weil du ja nichts mehr gegen diesen Menschen hast) – das macht aber tatsächlich nur Sinn, wenn sich derjenige wirklich geändert hat.

Du kannst dich von Menschen trennen und ihnen TROTZDEM vergeben haben.
Das hat etwas mit Selbstwürde und Selbstrespekt zu tun.

Pro-Tipp:
Oft genug ist erst eine Verletzung der ausschlaggebende Grund zu einer Trennung, die eigentlich schon längst fällig war.
Wenn du jetzt noch der Person vergibst, wirst du sehen, dass es dich in Wahrheit weiter gebracht hat, denn zurückgeworfen.

„Aber Joanna, mich hat das, was diese Person getan hat, tatsächlich zurückgeworfen! Praktisch, finanziell, gesundheitlich.“

Ich verstehe.
Aber jetzt noch ZUSÄTZLICH nicht zu vergeben, wäre der Saupergau.
Dann bist du für immer die, der übel mitgespielt wurde.
Die, die betrogen und belogen wurde.
Die, die das Opfer eines Arschlochs ist.
Die, die enttäuscht und beklaut wurde.
WILLST DU DAS SEIN?!

Oder willst du lieber diejenige sein, die aus der miesesten Situation als strahlender Sieger hervorgekommen ist?
Diejenige, die so kühn, so leichtfüßig, so vertrauensvoll (nicht zu verwechseln mit naiv), so zuversichtlich in die Zukunft schaut, wie wenn sie NOCH NIE verletzt worden wäre?
Willst du diese Person sein, die Dinge vergeben hat, die eigentlich ein Mensch kaum vergeben kann, weil sie erkannt hat, dass ihr eigenes Leben viel zu kostbar für Gift ist?
Diejenige, die aus Scheiße Gold gemacht hat?
Willst du diese Person sein, hinter deren Rücken nicht „Seitdem ist sie gebrochen.“ geflüstert wird, sondern voller Bewunderung als leuchtendes Beispiel vielen vorangeht – wie wenn nie etwas Schlimmes passiert wäre?

Dann ist Vergebung für dich die einzige Option.

– Wie du ganz praktisch vorgehst, wenn du vergibst.

Ich würde nicht auf „Heute fühle ich mich danach.“ warten, sondern – wenn du wirklich ergriffen hast, worüber ich geschrieben habe – sofort handeln.
Auf der Stelle.
Jeder Tag ohne dieses Gift ist ein Gewinn für dich.
Du musst die Person nicht sehen oder sprechen, du solltest aber unbedingt LAUT sagen:
Person XY, ich vergebe dir alles, was du mir angetan hast. Ich erlasse dir deine Schuld.

Und dann bleibst du dabei.
Und schickst vehement alles weg, was dir erneut erklären will, warum es doch so schlimm war, und du jedes Recht auf’s Verletztsein hast, und weißt du noch, wie das Arschloch… usw.
STOP. Vergeben ist vergeben.
Jil hat zu mir gesagt: „Wenn du jemandem wirklich vergeben hast, kannst du ihn hinterher nicht mal mehr als Arschloch bezeichnen. Weil du es ihm nicht zurechnest. Selbst, wenn es wirklich eine Arschloch-Aktion war.“

Vergebung ist pure Heilung, echte Machtausübung, die Befreiung aus dem inneren Gefängnis.
Vergebung ist Größe und Stärke.
Vergebung ist der Lifestyle einer Liebesbotschafterin.

Vielleicht galt Vergebung bisher als Old School, aber das ist jetzt vorbei.
We make Vergebung great again.

Liebesgrüße
Joanna

 

Was du tun kannst, wenn du ungerecht behandelt wurdest.“ – Dieser Text wird dir auch weiterhelfen.

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