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Inspiration

Was du dir alles gefallen lassen musst (damit nichts Schlimmes passiert).

Ich muss euch unbedingt etwas erzählen:
Eine Person, mit der ich beruflich zu tun hatte, wurde mir gegenüber von Mal zu Mal respektloser.
Es handelte sich zwar nur um 2-3 kleine spitze Bemerkungen, aber selbst das mag ich nicht im zwischenmenschlichen Umgang.

Normalerweise komme ich mit allen wunderbar klar, umso unangenehmer war es für mich, das anzusprechen und die Zusammenarbeit zu beenden – was natürlich alles erstmal verkomplizieren würde und zusätzlich Nachteile für mich hätte.
So wollte ich aber nicht weitermachen.

Als ich ihr dann gegenüber stand, sagte etwas in mir: „Oder sprich‘s nicht an, das gibt doch nur Stress. Schluck‘s runter und gut ist.“
Da wusste ich: Jetzt erst recht. Es kann nicht sein, dass ich mich vor unangenehmen Themen scheue!
Ich sprach es an, und wie erwartet gab es eine emotionale Explosion ihrerseits.
Ich blieb höflich (man muss sich immer später mal in die Augen schauen können, finde ich. Zumindest, soweit es in meiner Verantwortung liegt.) und liess mich auf keine weitere Diskussion ein.
Die Stimmung war sowieso angespannt genug.

Jedenfalls war meine Entscheidung goldrichtig gewesen.

In den folgenden Tagen sahen wir uns öfter, weil wir das gemeinsame Projekt noch beenden mussten:
sie war wortkarg, ich fröhlich und höflich, als ob nie was gewesen wäre.
Für mich war’s ja geklärt.

Als ich heute vor ihr stand, sagte sie ganz kleinlaut:
„Joanna… könnten wir es nochmal miteinander versuchen? Ich würde so gerne.“
Ich war so über die Wendung überrascht, dass ich erstmal nur stottern konnte ;), aber bei mir kriegt jeder immer noch eine weitere Chance.
Da bin ich wie Butter ;).

Ich liebe klare Verhältnisse, so oder so.
Unterschwellig eklig ist für mich noch schlimmer als offensichtlich eklig.
Da stehe ich lieber kurz einen Sturm durch, wenn danach alles klar ist.

Und am allerliebsten konfrontiere ich diese Menschengefallerei bei mir, die sagt:
„Tu‘s nicht… wird sonst echt unangenehm.“

1000 mal lieber kurz unangenehm und danach klar, als ewig semi-geil.

Falls ihr nun Courage (und die ist nötig, dazu gleich mehr) braucht, um Klarheit zu schaffen, dann ist hier und heute genau der richtige Ort und genau der richtige Zeitpunkt dafür.
Und ich bin genau die richtige Person dafür.

Bereit?

1. Unterschwellig eklig ist noch schlimmer als offensichtlich eklig.

Die ganz plumpen Sachen sind relativ schnell zu erkennen – meistens reagiert man zurecht mit Empörung oder Ärger.
Ist jemand gemein, ist man nicht gerne in seiner Nähe, und trifft relativ schnell eine Entscheidung.

Viel schlimmer sind aber die unterschwelligen, manipulativen Vibes – das, was man im ersten Augenblick nicht eindeutig als negativ identifiziert.
Irgendwie hat man nach einer Aussage oder einer Situation ein komisches Unwohlsein, obwohl man es nicht an Worten festmachen kann.
Zudem mag man die Person, von der es ausging, generell sehr gerne oder steht in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis, und vielleicht stellst du dich einfach nur an und bist überempfindlich?

Faustregel 1.:
Immer wenn man kurz denkt: „Hä… wie war das jetzt gemeint… war es etwa eklig?“ , WAR ES ZU 100% EKLIG.

Faustregel 2:
Wehret den Anfängen.

In den allermeisten Fällen fängt das Ganze harmlos an:
hier ein mieser Spruch, da ein Scherz auf deine Kosten, dort eine süffisante Zwischenbemerkung, hier ein komischer Tonfall.
Du kannst es vielleicht nicht wirklich eindeutig festmachen, und auch nicht exakt beschreiben, was genau jetzt so fies war, aber dir geht’s hinterher nicht gut.
Oder du bist kurz vor den Kopf gestoßen und erstmal sprachlos: Was war das jetzt gerade?

Und genau JETZT handelst du.
Wenn du nämlich jetzt nicht ganz klar intervenierst, dann wird es schrittweise immer schlimmer, immer respektloser dir gegenüber, immer übergriffiger.
Nicht zu reagieren ist EINE ERLAUBNIS.

Du musst dir überhaupt nichts gefallen lassen, keine Witze auf deine Kosten ertragen, und dich in keiner Atmosphäre aufhalten, in der du nicht wertgeschätzt und respektiert wirst.
Wichtig: es geht nicht um die Wortwahl – es geht um die Vibes.
Und die merkst du eigentlich recht eindeutig!

Ich kann wunderbar über mich selbst lachen, wenn meine Kinder Scherze über mich machen – aber es ist niemals verletzend, abwertend oder gemein. Es ist einfach nur lustig.
Der Unterschied ist ganz deutlich wahrnehmbar, und zwar für mich und alle anderen Anwesenden.

 

2. Wie man die Angst vor Konfrontation überwindet.

Aber Joanna, ich MUSS mich so behandeln lassen. In meiner Situation habe ich keine Wahl.

Ich verstehe, was du meinst:
Würde man der eigenen Mutter endlich widersprechen, worauf diese beleidigt reagiert – wer passt dann auf die Enkel auf, wenn man alleinerziehend ist?
Konfrontiert man den Tonfall vom Chef, wird man vielleicht gekündigt, und findet nichts Neues?
Lässt man sich die spitzen Bemerkungen vom Partner nicht länger gefallen, trennt er sich eventuell und man steht nachher alleine da?

Es hast IMMER eine Wahl.
Es gibt IMMER einen Ausweg.
Ganz egal, wie traumatisch die Situation für dich gerade zu sein scheint, wie unmöglich eine Lösung und wie mies die Alternativen:
du musst dir in überhaupt keiner einzigen Situation etwas Respektloses oder Abfälliges gefallen lassen.
In keiner. einzigen. Situation.

Ein Leben, in welchem man zulässt oder aushält, dass andere einen mies behandeln (direkt oder unterschwellig ist egal, siehe Punkt 1.), um im Gegenzug ein paar Vorteile zu haben – sei es Geld, Partnerschaft, Sicherheit, Versorgung – ist kein Leben:
es ist ein Tauschhandel.
Nichts daran ist echt, denn tief drin WEISS man eigentlich, dass es nicht wirklich, wirklich passt: aber man unterdrückt diese Gewissheit aus Angst vor Veränderung.

Vielleicht sind die Folgen der Konfrontation nicht gleich so gravierend – aber eine Auseinandersetzung ist erstmal unangenehm.
Am liebsten will man eigentlich nie etwas konfrontieren, damit „alles gut ist“.

Profi-Tipp:
wenn alles tatsächlich gut ist, dann kann man alles immer ansprechen.
Wenn du bereits Angst vor einer Konfrontation hast, dann ist diese dringend nötig!
Sonst wäre es nämlich überhaupt kein Problem, Missverständnisse zu klären – wenn damit aber ein „Mir ist es unangenehm, weil ich vor der Reaktion oder Konsequenzen Angst habe.“- Bauchweh verbunden ist, DANN IST ES QUASI PFLICHT.
Jede Vermeidung kostet dich dein Lebensglück.
Jedes Zulassen und unter den Teppich Kehren beraubt dich ein bisschen deiner Persönlichkeit.

Gegen die Angst hilft am Ende nur eins:
wie sehr vertraust du, dass es für dich ein schöneres Leben als das Momentane gibt?
Einen liebevolleren Partner, eine schönere Arbeitsstelle, eine noch bessere Betreuung für deine Kinder?
Oder einfach mehr Lebensglück und Lebensqualität?
Und wie sehr vertraust du mir, wenn ich dir sage, dass auf dich etwas noch viel Schöneres und Besseres wartet?

Willst du die nächsten 5 Jahre so weitermachen?
Oder die nächsten 30?
Weitere 10 Jahre dich immer ducken und Demütigungen und Einmischungen und Beleidigungen hinnehmen, und so tun, als ob „es nicht so schlimm war“?
Oder leiden, aber nichts Konkretes unternehmen?

Der Preis ist viel zu hoch.
Du bist viel zu kostbar.

3. Wie man sich nichts gefallen lässt: praktische Tipps.

Weil manche von euch es niemals gelernt haben, wie man Dinge anspricht, kommen ein paar handfeste Ratschläge von mir.

1. Nicht schlagfertig, aber bestimmt.
Nicht immer sind Übergriffe vorhersehbar – meistens sind sie sogar ganz unerwartet, dann steht man da und ist platt, wie gemein jemand sein kann.
Oder es fällt einem erst nach Stunden auf, wie verletzend die Situation eigentlich war – von Schlagfertigkeit keine Spur.

Das ist gar nicht schlimm!
Du musst überhaupt nicht schlagfertig sein, oder gar in eine Art Schlagabtausch treten.
Viel hilfreicher als jede noch so gewitzte Antwort ist eine ganz klare Ansage: nicht emotional, ruhig, aber bestimmt.
Da ist etwas (zeitlicher) Abstand gar nicht so verkehrt.

Also warte ruhig etwas, bis sich deine Gefühle beruhigt haben, und du weder weinen, noch innerlich vor Wut oder Ärger kochen musst.
Und falls du dann DOCH weinen musst, wenn du es ansprichst: auch nicht schlimm.
Besser so, als immer den Mund zu halten.

2. Klar und unwiderruflich.
Es ist wichtig, klare Ansagen zu machen – also bitte nicht Wischiwaschi, und sich noch gleichzeitig entschuldigend!
Stehe zu deiner Wahrnehmung!
Lasse dich nicht durch „Ach was, das hast du falsch verstanden!“ verunsichern, verwirren oder aus der Spur bringen.

Du kannst einfach geradeaus sagen:
„Deine Aussage war verletzend – ich möchte nicht, dass du so über mich sprichst.“
„Wenn du das und das tust, dann ist es respektlos mir gegenüber. Ich will, dass du damit aufhörst.“
„Das war vorhin beleidigend und respektlos. Ich will, dass wir das klären.“

In meinem oberen Fall sagte ich übrigens nur:
„Ich will mit dir sprechen, weil: irgendwie ist es zwischen uns beiden nicht cool. Ich will so nicht arbeiten.“
Das hat schon gereicht, damit die Bombe hoch ging ;).

By the way:
Je heftiger die Reaktion des Gegenübers, umso richtiger war es, es anzusprechen.

3. Widerstehe vehement jedem Wunsch, es zu lassen.
Dir werden Tausend tolle Ideen und Argumente kommen, warum du es NICHT ansprechen sollst:
von „Ich bilde mir das nur ein, und reagiere über“ bis hin zu „Wenn ich DAS tue, dann bricht alles zusammen.“

Diese Argumente werden von ganz handfesten Angstgefühlen begleitet werden, ich sag’s dir schon vorher, damit du nicht überrascht bist:
vom unangenehmen Unwohlsein/Bauchdrücken bis hin zum Zittern am ganzen Körper oder heftigen Brechreiz.
Das Repertoire ist vielfältig.

Scheiß‘ drauf!
Mag anfangs deine Stimme zittern, deine Augen tränenerfüllt sein – du ziehst es trotzdem durch.
Du weichst nicht zurück, und ziehst den Schwanz ein – du konfrontierst das Ding, und sagst klar, was Sache ist.

4. Üben, üben. üben.
Absolut jede eklige Situation ist ein ganz wunderbares Übungsfeld für dich, genau diese Angst zu überwinden, und dem Wunsch zu widerstehen, alles beim Alten zu lassen, damit es keinen Streß gibt.
Und man hinterher noch als die Böse dasteht.

Je öfter du dazu die Gelegenheit hast, umso sicherer und unerschrockener wirst du – nicht hart oder im Gegenzug verletzend, sondern klar, kompromisslos und voller Selbstrespekt und Würde.
Du wirst natürlich einige von den Kopf stoßen, aber du willst schließlich nicht Miss Beliebt 2018 werden, sondern ein glückliches Leben führen.

5. Vertraue deiner Wahrnehmung.
Sprichst du etwas an, und die Person verneint es vehement und spielt es immer wieder herunter („Du reagierst über, bildest es dir ein, bist empfindlich, humorlos, etc.“), dann lautet der Sachverhalt:
sie nimmt dich nicht ernst.

Das ist Respektlosigkeit.

Sache klar, oder?

Nach der Konfrontation gibt es übrigens 2 Möglichkeiten:
1. Entweder ändert die Person ihr Verhalten (wie in meinem Fall). Dann ist es sehr schön.
2. Oder sie hört nicht auf damit. Dann trennst du dich von ihr, und dann ist das auch sehr schön, weil dich keiner mehr respektlos behandelt.

Also für dich I M M E R Win-Win.

4. Wann eine Konfrontation keinen Sinn macht.

Ich bin davon überzeugt, dass es Situationen gibt, in denen ein klärendes Gespräch kaum oder gar keinen Sinn macht.

Das ist immer der Fall, wenn:
– Die Respektlosigkeiten/Übergriffe bereits über eine lange Zeit oder immer wieder stattfinden, und die andere Person (oder du selbst!) das bereits als „normal“ empfindet.
– Wenn Zwang ausgeübt oder Drohungen ausgesprochen werden („Wenn du das tust – mich verlässt/kündigst/ausziehst/dich trennst/die Freundschaft kündigst – dann passiert etwas Schlimmes…“).
– Wenn emotionaler, körperlicher oder sexueller Missbrauch im Spiel ist.

In solchen Fällen heißt es einfach nur:
HANDELN.
RAUS AUS DER SITUATION.
UND ZWAR SO SCHNELL WIE MÖGLICH.
GEH‘!

Kein Gut zureden.
Kein klärendes Gespräch.
Kein Diskutieren.
Kein „Vielleicht sieht er es noch mal ein und ändert sich.“

G E H‘!

Du kannst natürlich vorher noch reden, wenn du unbedingt willst, aber eins kann ich dir versprechen: Es wird schlimm.
Schlimm für dich.

Aber Joanna, Gott kann dann doch noch ein Wunder tun, und die Person ändert sich am Ende doch?

Na klaaaaar.
Gott hätte längst ein Wunder tun können – da hätte er dich nicht vorher so lange leiden lassen müssen.
Hier ist kein Gott, hier hast du es einfach nur mit dem Teufel zu tun.
Also weg da.

Aber Joanna, ich habe solche Angst, dass – wenn ich diesen Schritt tue – dann tatsächlich etwas Schlimmes passiert!

Das Schlimme, das ist bereits passiert.
Jede Drohung, jede Respektlosigkeit, jede Manipulation, jede Grenzüberschreitung, jedes Kleinmachen deiner Person, jedes Verunsichern, Minderwertig Machen, Beleidigen und Beschuldigen  („Du bist Schuld daran, dass ich…“) ist sehr, sehr schlimm.
Du lebst in der Hölle.
Ganz egal, wie oft du mir versicherst, dass es „Auch gute Tage gibt.“ und „Nicht immer ist sie/er so.“ – es ist die Hölle und bleibt die Hölle.
Nur, weil man manche Ecken der Hölle hübsch dekoriert, bleibt es trotzdem die Hölle.
Und in der Hölle hat eine Liebesbotschafterin nun wahrlich nichts verloren.

Ich glaube dir zu 100%, dass du eine unendliche Angst hast – die Gründe dafür sind garantiert sehr überzeugend.
Es mag sogar sein, dass du es dir schon ein paar Mal vorgenommen hast, und es am Ende doch nicht geschafft hast, der Situation zu entkommen.
Gebe dir nicht noch die Schuld dafür.

Und wenn du es 100 Mal nicht geschafft hast – hör‘ mir jetzt gut zu:
jetzt bin ich da, ich habe keine Angst, und mit mir an deiner Seite schaffst du es.

Du schaffst das.
Du kannst den entscheidenden Anruf tun.
Du kannst deine Sachen packen.
Du kannst alles hinter dir lassen.
Du kannst alle Mails, alle SMS, alle WhatsApp-Nachrichten löschen, und die Person blockieren.
Du kannst sogar dein Handy entsorgen, falls nötig.
Du kannst die Hölle verlassen.
Du kannst gehen.

ALLES WIRD BESSER, WENN DU GEHST.
Du kannst mir vertrauen.
Ich bin stärker als die Angst.

Weil ich dich liebe.
Joanna

 

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