Inspiration

Warum dein Kind nicht dein Chef ist, und Schuldgefühle ein No Go: 4 Tipps für den Alltag mit Kindern.

Wir alle wollen nur das Beste für unsere Kinder.
Viel Natur, Bewegungsfreiheit, Selbstbewusstsein, lustige Abenteuer und Menschen, die ihnen wohl gesonnen sind.
Wir wollen Bullerbü.

Die Wahrheit lautet jedoch:
Bullerbü gibt es nicht.
Dein Kind wird oft Schwierigkeiten meistern, und Langweile aushalten, und mit Menschen zu tun haben müssen, die es ganz und gar nicht mögen. Es wird mal Angst haben, und sich unmöglich benehmen und dich ab und zu enttäuschen.
Nicht an jedem Tag fühlst du dich wie die Mutter des Jahres, und nicht jeder Tag ist Kuscheln und Kekse Backen.
Eher so: Totalversager- und am liebsten im Badezimmer-Heulen-Tag.

Damit diese Tage so selten wie möglich vorkommen, und weil mir Mamis ganz besonders am Herzen liegen, habe ich heute einen weiteren Post in Sachen Leben mit Kindern verfasst.
Es sind vielleicht keine bahnbrechenden Neuigkeiten (dafür auch keine Plattitüden aus Lehrbüchern oder Seminaren), aber darum geht es nicht:
Du musst die Wahrheit so oft wie es irgendwie geht hören, weil die Kinder… äh, Umstände auch mal laut schreien können.
Und bei der Wahrheit geht es nicht um „Kenn‘ ich, weiß‘ ich, habe ich schon gehört.“
Bei der Wahrheit geht’s um Verinnerlichen.
Und ich kenne die Wahrheit, und schreibe sie für dich auf.

Bereit?

1. Ob du alles richtig oder falsch machst, spielt keine große Rolle.

Immer, wenn ich etwas Positives über meine Kinder schreibe, lese ich Kommentare wie „Du hast alles richtig gemacht.“
Ich weiß zwar, dass das als ein nettes Kompliment an mich als Mutter gemeint ist, aber der Punkt ist:
Es spielt überhaupt keine Rolle, was man „richtig“ oder „falsch“ macht.

Wir machen alle ganz viel richtig, und dann noch ganz viel falsch, aber am Ende des Tages zählt nur eins:
In welcher Atmosphäre wächst dein Kind auf?
Wer bist du?
Was geht von dir aus?
Was sind die Vibes, die in deinem Haus meistens vorherrschen?
Kinder sind wie ein Schwamm und nehmen alles viel mehr wahr, als man sich vorstellen kann.

Du kannst noch so viel vorlesen und kümmern und fördern und spielen und die tollsten Kindergeburtstage organisieren:
Bist du dabei gestresst, minderwertig, voll mit Sorgen, genervt, usw. – dann hat das einen viel, viel größeren Input in das Leben aller, die mit dir zusammen sind, als jedes Laternenbasteln es haben könnte.
Schaffst du es mal eine Woche lang nicht, die Zu Bett Geh-Routine mit deinem Kind einzuhalten, bist aber grundsätzlich voller Energie, Zuversicht und Lebensfreude, dann ist dieser Impact ca. 100 mal stärker.
(Und es ist auch keine Katastrophe, wenn man dann tatsächlich mal genervt oder frustriert ist, das packen die dann schon ;)).

Am Allerwichtigsten ist es, dass es dir gut geht.
Dann geht es automatisch allen um dich herum gut.
Basteln kannst ja trotzdem (oder nicht), spielt keine sooo große Rolle, wie du glaubst ;). .

2. Dein Kind ist nicht der Chef.

Bedürfnisorientierte Erziehung in Ehren, aber der Punkt ist:
Wer bestimmt bei dir daheim?
Wer führt?

Ich bin ganz bestimmt kein Befürworter von harter Disziplin, respektiere meine Kinder als Persönlichkeiten, und stelle mich auf sie ein, aber am Ende des Tages sind es meine KINDER.
Nicht meine Chefs, meine Leitfiguren oder meine Bestimmer.
Es ist MEIN Zuhause, und sie dürfen hier wohnen und aufwachsen.

Ich verrate dir etwas:
Kinder lieben Führung.
Egal, wie sehr es ihnen im Moment nicht passt, und wie sehr sie anscheinend dagegen rebellieren, und was für eine „blöde Mama!“ du heute bist – Führung ist etwas unendlich Schönes, Gesundes und Wichtiges.
Du kannst ihnen kaum etwas Besseres vermitteln, als: „Wie ist es, wenn man eine Führungspersönlichkeit ist? Wie verhält sich diese und wie tritt sie auf?“

Aber Joanna, wie mache ich das konkret? Wenn z.B. meine Tochter mit 3 Jahren…
Ich beantworte dir keine konkrete Frage.
Ich will dir nur ein Bewusstsein schaffen, dass DU führst.
Nicht dein Kind.
DU FÜHRST.

Wenn DU führst, dann entscheidest DU, wann ihr im Restaurant vom Tisch aufsteht (und nicht das Kind, weil es ihm langweilig ist), was es zu Essen gibt und wann (und nicht dein Kind, weil es beschlossen hat, dass es alles Grüne boykottiert, oder weil ihm um 9 Uhr abends einfällt, dass es nun doch etwas essen will), wann es genug mit Toben ist (und nicht das Kind, weil es gerade so aufgedreht oder so süß ist), und wann gelernt wird, und wann nicht (und nicht das Kind, weil es zuerst noch seine Lieblingssendung schauen will).

Konkret kann ich absolut nichts sagen, weil jedes Alter und jedes Kind unterschiedlich ist, und dann kommt jemand um die Ecke mit „Aber mein Kind ist hochsensibel und es soll sich entwickeln dürfen.„, und schon bist du verunsichert.
Weil: vielleicht ist dein Kind einfach auch nur hochsensibel und will sich entwickeln? Dann soll es eben noch etwas essen dürfen/toben dürfen/was auch immer dürfen, damit seine Persönlichkeit nicht eingeschränkt ist?

Solange das hochsensible Kind die ganze Familie führt, seine Bedürfnisse alles bestimmen, und jeder sich um sein Wohlergehen dreht, tut es weder ihm, noch dir gut.
Und es muss dir zuallererst gut gehen, siehe Punkt 1.

Also wirst du aushalten müssen, dass das Kind mal sauer, beleidigt oder grumpy ist, weil es seinen Willen nicht durchsetzen durfte – und das muss dir egal sein.
Völlig, ganz und gar, total egal.
Und das ist nicht egoistisch, sondern gut.
Du nimmst es nicht persönlich, und bist ganz bestimmt nicht frustriert wegen „Warum kriege ich es nicht hin? Und was mache ich falsch?„, und bleibst unbeeindruckt.
Viele Eltern geben nach, damit „die Stimmung wieder gut ist, und das Kind zufrieden“, und das ist zwar mit Sicherheit einfacher, aber hat nichts mit Führungsqualitäten zu tun.

Du führst.
Nicht deine Kinder.
Und sollten deine Kinder bis heute geführt haben (nicht so selten, wie man glaubt!), dann änderst du das heute noch.

3. Finde deinen Flow.

Ich war eine so junge Mami, dass ich kaum Kontakt zu anderen Müttern hatte – die meisten meiner Freunde waren am Studieren/Die Welt Bereisen/Karriere Bauen.
Was ich zunächst als Nachteil empfand, stellte ich später als ein großes Glück heraus, denn ich hatte niemanden, der mich verunsichern konnte – ich ging selbstredend davon aus, dass ich alles ganz wunderbar hinkriege, hatte keine Vergleiche zur Hand, und handelte meist intuitiv.
Alles, was mir selbst als Kind Spaß machte, setzte ich genauso mit den Kindern um (nur in noch cooler ;)).
Alles, was mir selbst als Kind keinen Spaß machte, setzte ich genau anders um (z.B. machte ich den Kindern immer ausgefallene Lunchboxen, weil ich mein immer gleiches Pausenbrot als Kind so hasste, dass ich es wegschmeißen musste).

Ich war (und bin es natürlich noch) eine Mama, wie sie nur ich sein kann: eine Joanna als Mama eben ;).
Und ich bin davon überzeugt, dass meine Kinder exakt eine Joanna als Mama brauchten.

Und genau so ist es bei dir:
Finde deine Art, Mama zu sein – diese, die zu DIR passt.
Und vertraue, dass genau DAS zu 100% das ist, was dein Kind braucht.
Du bist absolut und ganz bestimmt und über jeden Zweifel hinaus die absolut perfekte Mutter für DEINE Kinder.

Bist du ein organisierter und strukturierter Typ, dann brauchen deine Kinder genau DAS.
Bist du spontan und unternehmungslustig, sind es genau die Eigenschaften, die deine Kinder am weitesten bringen.
Bist du energiegeladen und zielstrebig, hilft es deinen Kindern am allermeisten.
Backst du gerne Kekse, dann go for it: ihr könnt das jede Woche machen.
Hasst du Backen, dann geht lieber in eine Galerie mit deinen Kindern, schaut euch Monet an und trinkt hinterher heiße Schokolade bei Starbucks – was auch immer am besten zu dir passt.
Backt dein Kind für sein Leben gern, dann schicke es zur Nachbarin oder Oma, die auch so gerne backt.
Und dann vertraust du, dass es genau das Richtige für dein Kind ist.

Damit sage ich NICHT, dass man andere Frauen nicht als Inspiration betrachten kann – ganz im Gegenteil!
Wer auch immer dich ermutigt, dir neue Ideen schenkt, deinen Horizont erweitert, dir Druck wegnimmt, und dir Freude am Leben mit den Kindern schenkt, ist herzlich willkommen.
Wenn du aber merkst, dass er dich stresst, dich verunsichert, oder dir Schuldgefühle macht, dann höre ihm nicht zu.
Einfach, oder?

Um Missverständnisse zu vermeiden:
Ich habe Schwimmen in öffentlichen Schwimmbädern zwar selbst gehasst (wenn man mit Kindern hingeht, friert man einfach die ganze Zeit, und ich habe sehr gefroren), aber weil ich frühes Schwimmen Lernen für essentiell hielt, waren wir jede Woche seit ihrem 1. Geburtstag im Schwimmbad.
Die Kinder hatten viel Spaß, und deshalb fand ich es dann auch schön.
Wir verstehen uns ;),

4. Warum Schuldgefühle für dich ein NO GO sind.

Schuldgefühle werden auf wundersame Art und Weise mit der Geburt geliefert, und gehören für einige zum Muttersein wie die Stillflecken auf dem Tshirt.
Ist ja auch kein Wunder:
THEORETISCH wissen wir, dass wir nicht impulsiv reagieren sollen, dem Kind genügend Führung bieten und Freiheiten lassen, und dann noch ganz viel Zeit zusammen verbringen und Spaß haben und alles entspannt sehen.
Und dann macht das Kind irgendeinen unvorhergesehenen Mist, und alles läuft schief, und du bist sowieso schon gestresst, und deine Reaktion völlig unangemessen.
Yeah, Setzen, Sechs in der Mütterklasse, Schuldgefühle vom Feinsten.

Bei manchen von euch gehören Schuldgefühle so sehr zum täglichen Standard, dass sie gar nicht mehr wissen, wie es ohne sie geht:
Sich schuldig fühlen, weil man mit dem Kind zu wenig Zeit verbringt.
Sich schuldig fühlen, weil man dem Kind finanziell nicht viel bieten kann (was auch immer das konkret heißt).
Sich schuldig fühlen, weil die Beziehung zum Partner so viele Konflikte verursacht, und das Kind darunter leidet.
Sich schuldig fühlen, weil kein Partner, und das Kind doch „einen Vater braucht“.
Sich schuldig fühlen, weil man nicht so viel gefördert, gebastelt, unternommen, vorgelesen, zu viel/zu wenig Grenzen gesetzt – die Angebotspalette ist breit gefächert.
Schlechtes Gewissen wie Kaffee, der dir mehrmals täglich serviert wird.

Schuldgefühle legen sich auf dich wie eine Last und liefern dir ein 1A Versager-Bewusstsein:
Du tust nicht genug, du bist nicht gut genug.
Du Versager-Mutter auf ganzer Linie, was kannst du schon?
Oder (die Variante für Fortgeschrittene): grundsätzlich machst du es schon ganz gut, aber in diesem einem Punkt: Versager.

Aber Joanna, ich habe tatsächlich einen Fehler gemacht! Und wenn ich mich nur lange genug schlecht fühle, dann werde ich mein Verhalten das nächste Mal bestimmt ändern.“
Nice try, aber ich kann dir versichern:
Du kannst dein Verhalten auch einfach so ändern. Weil du es willst. Und es kann dich niemand daran hindern.
Du brauchst nicht den Teufel als Gottes dreckigen Helfer.
Du brauchst dich nicht selbst zu kasteien, weil das weder dir noch deinem Kind weiterhilft.
Du brauchst keine Schuldgefühle, die dich – als dein Gewissen getarnt (mit ekliger Selbstanklage im Gepäck) – dazu treiben, du kannst dich immer, immer, immer entscheiden, es anders zu machen.
Du kannst dich entschuldigen, und dann entscheiden, und dann weiter geht’s!

Es ist sogar psychologisch nachgewiesen, dass Schuldgefühle die Eltern-Kind Beziehung belasten und blockieren.

Erwarte keine Absolution vom Kind, damit es dir deine Schuldgefühle wieder ausredet oder dich fest umarmt und dir zur Verstehen gibt, dass „alles wieder gut ist.“ – das ist NICHT SEINE AUFGABE.
Du bestimmst selbst, dass alles wieder gut ist, und hast in dieser Sekunde (!) einen neuen Anfang, eine neue Chance, eine neue Möglichkeit, es anders zu machen.
Und wenn das Kind schmollt, dann ist es trotzdem für dich vorbei OHNE SCHULDGEFÜHLE, ohne „Aber ich habe mich wirklich schlimm benommen und das Kind darf ruhig beleidigt sein.“, ohne, ohne, ohne.
Ich habe nicht gesagt, dass du dich nicht aufrichtig entschuldigen sollst – DAS HABE ICH NICHT GESAGT.
Ich habe nur gesagt, dass schlechtes Gewissen dort absolut nichts zu Suchen hat.

Dein Part ist: endschuldigen, Schuldgefühlen widerstehen, und ändern, was es zu ändern gibt – ob du dein Verhalten änderst, die Partnerschaft, unter der das Kind so leidet, oder deine Zeiteinteilung – das ist deine Verantwortung.
Der Part vom Kind ist: Entschuldigung annehmen und dir vergeben.

Keiner kann den Part des anderen übernehmen.

Aber Joanna, wenn ich kein schlechtes Gewissen mehr zulasse, woher weiß ich dann, wenn etwas verkehrt läuft?
Du bist kein herzloser Roboter, sondern voller Liebe zu dir selbst und deinem Kind.
Du weißt es immer.

Das Kind ist kein Projekt, dass du erfolgreich abschließen musst, und das benotet wird, und bei dem du dir hinterher auf die Schulter klopfen kannst: „Alles richtig gemacht.“
Bullshit, du hast überhaupt nicht alles richtig gemacht – du hattest einfach nur Glück, und dann gab es noch Tausend Faktoren (eins davon war die eigene Persönlichkeit des Kindes), mit denen du überhaupt nichts zu tun hattest.

Genauso wenig trägst du für alles Verantwortung, was mit dem Kind schief gelaufen ist.
Das wäre aber auch eine unsagbar große Verantwortung und die absolut perfekte Spielwiese für allerlei schlechtes Gewissen.
Schenke dem Teufel nicht diese Genugtuung.
Entschuldige dich, beschließe, dass es nächstes mal anders läuft, und dann bleibe dabei.

Und wenn du gerade sowieso so schön beim Beschließen bist:
Beschließe noch, dass du die allerbeste und genau richtige Mutter für dein Kind bist.
Und beschließe, dass dein Kind sich hervorragend entwickeln wird, ganz egal, wie es gerade aussieht.
Und beschließe, dass du Schuldgefühlen nicht mehr deine Zeit und Aufmerksamkeit schenkst (in der Zeit könntest du zig schönere Dinge machen), und du dich weigern wirst, darauf einzusteigen – Anfangs wirst du dich übrigens sehr vehement weigern müssen.
Und beschließe, dass für dich das mit der Kindererziehung ganz einfach und flowig und wunderschön läuft, der Spaß bei Weitem überwiegt, und du das ganz großartig machst.
Und beschließe, dass du führst, und sich alles nach dir richtet.
Weil sich alles immer nach der Liebe ausrichtet – ein Naturgesetz.

Und dann bleibst du dabei und beschließt es immer wieder, ja?
Ganz egal, was dir deine Erfahrungen und Schwiegermutter und dein sich gerade auf dem Boden wälzendes Kind sagen, ja?

Ja, Joanna.
Großartig, du hast alles richtig gemacht.

 

Liebesgrüße
Joanna

P.s. Mir ist gerade noch eingefallen:
Manche von euch haben Schuldgefühle wegen „früher“.
Sie waren früher zu streng, früher zu nachlässig, hatten früher eine andere Sicht auf Erziehung, und jetzt sind die Kinder verkorkst, und rate mal, wer Schuld ist?
Naaaa?
Du, logisch!

Für dich gilt absolut dasselbe wie in Punkt 4:
Schuldgefühle sind ein No Go, egal ob aktuell oder wegen „früher“.
Du vergibst dir selbst (kannst dich meinetwegen nachträglich bei den Kindern endschuldigen, wenn du möchtest, das bricht keinem einen Zacken aus der Krone), und deine Kinder vergeben dir.
Für das Erste bist du zuständig, für das Zweite nicht ;).

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28 Comment

  1. Reply
    Alexandra
    13. November 2018 at 17:50

    Liebe Joanna,

    gerade eben habe ich beim Lesen beschlossen, diesen Text auszudrucken und jeder von mir als Hebamme in Zukunft betreuten Mama zur Geburt mit einer Schleife drum zu schenken.

    Macht einige Erziehungsratgeber überflüssig und liest sich auch noch angenehmer mal so bei einer Tasse Kaffee.

    Vielen Dank dafür

    Ganz herzliche Grüße, Alexandra

    1. Reply
      Joanna
      13. November 2018 at 22:51

      Das ist so schön ♥️!
      Und eine wirklich tolle Idee!

      Nur ein kleiner rechtlicher Hinweis: Leider ist das nicht erlaubt, weil die Texte nicht kopiert und vervielfältig werden dürfen.
      Aber ein Link in einer Mail ist immer willkommen ;).

  2. Reply
    Anne
    13. November 2018 at 18:07

    Super Tipps und sehr gut in Worte gefasst. Unser Würmchen ist noch zu klein um Boss zu sein und ich verleihe mir jetzt schon regelmäßig den Preis „Mutter des Jahres“. Immer dann wenn ich zb im Herbst zum Spaziergang vergesse eine Decke einzupacken und das Kind dann mit meiner Lederjacke zugedeckt werden muss. Oder wenn sie quengelt, ich es ignoriere und dann doch irgendwann gucken gehe und feststelle, dass das Baby nur noch mit dem Oberkörper auf der Couch hängt. Genau in solchen Situationen finde ich mich als Mama super, so perfekt und übervorsichtig… Das wäre einfach nicht ich und ich will dem Kind ja auch keine falschen Hoffnungen machen. 🙂

    1. Reply
      Joanna
      13. November 2018 at 22:49

      Muahahahaaaaaaa ;)…

      1. steffi
        15. November 2018 at 9:39

        Hahaha, da kann ich als Nicht-Mutter nur sagen: Preis zu recht verliehen!!!

    2. Reply
      Alexandra
      14. November 2018 at 9:22

      Ok, Sorry, daran hab ich gar nicht gedacht Aber die Mail geht natürlich noch einfacher

    3. Reply
      Melanie
      14. November 2018 at 12:11

      Ja so geht’s mir auch oft

  3. Reply
    Beate
    13. November 2018 at 18:15

    Toller post, liebe Joanna! Besonders in Punkt 1 sprichst du mir als Grundschullehrerin total aus dem Herzen. Ich habe das Gefühl, dass sich heute viele Eltern nicht mehr richtig trauen, zuhause die Führung zu übernehmen… Vielen Dank und liebe Grüße aus Österreich

    1. Reply
      Joanna
      13. November 2018 at 22:49

      „Ich habe das Gefühl, dass sich heute viele Eltern nicht mehr richtig trauen, zuhause die Führung zu übernehmen“ – Dein Gefühl stimmt zu 100%.

  4. Reply
    My
    13. November 2018 at 18:28

    Ich weiß ich kommentiere nie, aber heute ein herzliches Danke.

    1. Reply
      Joanna
      13. November 2018 at 22:48

      Mit Vergnügen :).

  5. Reply
    Sunni
    13. November 2018 at 18:50

    Hach, Joanna, so was von richtig, kann man ja nur mindestens 5fach unterstreichen!!!!So und nicht anders. Herzlich, Sunni

  6. Reply
    Kate
    13. November 2018 at 21:25

    Diesen Text drucke ich mir aus und rahme ihn ein…
    Einige Punkte habe ich bereits schon verinnerlicht aber es tut trotzdem sooo gut, es von dir zu lesen und es bestätigt wieder mal, dass man auf sein Bauchgefühl hören und sich nicht verstellen muss.

  7. Reply
    Bettina
    13. November 2018 at 21:29

    Hach :))
    Ich liebe Deine Posts über Kinder!

  8. Reply
    Nicole
    13. November 2018 at 21:38

    Toll! Mehr kann ich grad gar nicht sagen. Wirklich toll!

  9. Reply
    Grete
    13. November 2018 at 21:59

    Da wälze ich mich WOCHENLANG mit dicken Büchern, weil ich keine Ahnung habe, wie ich mit der Wut meiner 2-jährigen umgehen soll, gebe für besagte Bücher auch ein kleines Vermögen aus, frage mich dabei immer wieder, wie Joanna das bei Noelle durchgestanden hat und dann kommt dieser Post, der restlos alle Fragen beantwortet. Ich sehe die Bücher weiterhin als Inspiration, aber deine Worte als Gesetz

    Vielen Dank für diesen wichtigen Tritt in den Hintern ❤❤

    1. Reply
      Joanna
      13. November 2018 at 22:47

      Ha, ha, so ist es!
      GESETZ :-)!

  10. Reply
    Stefanie
    13. November 2018 at 21:59

    Liebe Joanna, jetzt lese ich deinen Blog schon lange und habe noch nie geschrieben, aber diesmal …

    SEHR GUT ! Und so richtig ! Meine Tochter ist jetzt 19 und es (und sie)ist wunderbar. Mein schlechtes Gewissen ist immer noch mal da, aber sie ist einfach gut gelungen. Und obwohl sie in Berlin studiert bin ich wegen eines tollen Job s nach Hamburg gezogen. UND ES KLAPPT. Und alles ist gut und unsere Liebe zueinander ist GROSsARTIG. DANKE für Deinen Post und überhaupt deinen schönen Blog. Der gibt mir wirklich viel.

    In liebe Stefanie

    P.S. Und ich habe auch gar kein schlechtes Gewissen obwohl ich anstelle deinen Blog zu lesen und Spaß zu haben hätte eher die Nachrichten hätte lesen müssen… :-))

  11. Reply
    Anna-Lena
    14. November 2018 at 11:19

    Vielen Dank für diesen wundervollen Post! Er kommt wie gerufen!
    Ich habe gerade wieder einen Erziehungsratgeber gelesen. Sicher waren einige Punkte darin in der Theorie nicht schlecht, aber die Umsetzung steht leider auf einem ganz anderen Blatt. Am Ende bleibt einfach oft das schlechte Gewissen, es nicht „perfekt“ umgesetzt zu haben. Was für ein K(r)ampf!
    Da frage ich doch lieber jemanden wie dich, wo ich das „Ergebnis“ kenne, nämlich glückliche, autonome, emphatische und starke Kinder.
    Ich danke dir von Herzen!

    1. Reply
      Joanna
      14. November 2018 at 11:42

      ♥️

  12. Reply
    Melanie
    14. November 2018 at 12:08

    Super Post! Ist wirklich gut geschrieben und werde ich mir zu ❤️ nehmen. Man wird so viel von allen möglichen Leuten beeinflusst, aber im Grunde weiß man es als Mutter doch intuitiv am Besten! Vielen Dank Melanie

  13. Reply
    Paula
    14. November 2018 at 14:14

    Schöner Beitrag Joanna! Viele interessante Gedanken dabei, wo man sich selbst wiederfindet oder auch sieht. Wie du bin auch ich ziemlich jung Mutter geworden, alleinerziehend, und habe immer nach meinem besten Vorstellungen gehandelt. Es ist halt einfach manchmal schwer zu sagen was richtig ist und falsch. Aus meiner Sicht richtig, aus der Sicht von anderen falsch. Ich finde aus meiner Sicht gesprochen, sind alle 4 Punkte miteinander verwoben. Hast du keinen Flow, so wird dein Kind dir auf der Nase spielen und denken es ist der Chef im Haus. Du agierst dann in dem Moment manchmal nachsichtig manchmal harsch, und am Ende weiß du nicht mal ob es richtig oder falsch von dir war. Und meistens wenn das Kind auf sein Recht bedacht ist, so wird es ganz ungeniert, dir die Meinung geigen. Und ganz ehrlich, so sehr man sich dann in dem Moment wünscht darauf zu beharen, dass man keine Schuldgefühle entwickelt für sein Handeln..Die passieren trotzdem..zwar nicht jetzt, Sonden eher wenn man zu Bett geht und den Tag Revue passieren lässt. Sie sind halt menschlich und für mich total normal, dass ich Situationen Gerate wo die dann hochkommen. Wenn mir halt Schuldgefühle hochkommen, lasse ich die zu, warte nicht oder blende die aus sondern nimm mir meine Zeit als Mutter für das Kind. Danke nochmal einfach für deine Perspektive, Die du gibst.

    Grüße,
    Paula

  14. Reply
    Stefanie
    14. November 2018 at 20:32

    Liebe Joanna,
    Danke ❤️

  15. Reply
    Edita
    15. November 2018 at 20:27

    Super. Danke. Wieder zur rechten Zeit der passende Post. Mit meinem 10-monatigen zuckersüßem und willensstarken (woerdasnurherhat???;-)) Minime beginnt langsam ein Ringen um die Führung…

  16. Reply
    Natalie
    15. November 2018 at 20:34

    Dieser Text kommt genau zu richtigen Zeitpunkt für mich….hast du auch bestimmt nur für mich geschrieben 🙂 Danke Joanna

    1. Reply
      Joanna
      15. November 2018 at 21:17

      Den habe ich nur für dich geschrieben, Natalie.

  17. Reply
    Julia
    16. November 2018 at 9:42

    Kann man irgendwo einstellen, dass man den Beitrag wöchentlich per Mail gesendet bekommt? Damit man ihn immer wieder lesen kann, bis man es endlich schafft sich wirklich absolut keine Schuldgefühle und blöde Gedanken mehr zu machen? Das klappt immer ein paar Tage gut und dann will das Kind wieder nicht ins Bett und sich nicht anziehen und die Gurke geschält oder nein doch nicht und dann vergisst man das alles wieder und fragt sich doch wieder was man nur falsch macht. Da kommt dann dein Beitrag gerade richtig. Ich werde jetzt auf jeden Fall die Oma fragen ob sie nicht mal wieder Zeit für eine Übernachtung hätte um mir ohne schlechtes Gewissen einen ruhigen Abend mit dem Mann zu dem Mini-mini-Mann zu gönnen (2. schläft noch die meiste Zeit, 1. vermutlich 5 Minuten nachdem der Film angefangen hat). Danke für die Erinnerung, dass ich die beste Mama bin, die meine beiden Jungs haben können.

    Liebste Grüße,

    Julia

    1. Reply
      Joanna
      16. November 2018 at 10:58

      Ha, ha, das wäre ein Service :)))!

      Auf alle Fälle bietet sich schlechtes Gewissen immer und immer wieder an, aber je öfter man das übt, umso seltener kommen die Angebote (ich weiß z.B. seit Jahren nicht mehr, was das ist ;)).
      Sei doch froh, wenn du oft üben kannst ;)…

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