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Things I’m loving in October: 1. Aussortieren + Ausmisten.

Statt einen ellenlangen Post darüber zu schreiben, was ich gerade besonders beglückend, spannend oder spaßig finde (und ach, es gibt so viel Gutes!), werde ich meine Aufzählung wie einzelne Gnocchis einer frisch gekneteten Teigrolle in Stückchen schneiden und diese portionsweise bis zum 1. November servieren.
Eventuell seid ihr danach ebenso inspiriert, eure ewig gleiche Tomaten-Pastasoße (die, zugegeben, sehr gut ist) gegen die außen knusprigen, innen zarten, mit fritierten Salbeiblättern und Parmesan bestreuten Kartoffelklößchen zu probieren… äh, wo waren wir?
Ach ja, Kochen kommt die Tage ebenso dran.

 

Lasst uns mit der Tätigkeit loslegen, die ich gerade am liebsten tue und das ist:

Aussortieren.

Als ich vor einigen Monaten spontan Lust bekam, ein paar überflüssige Dinge auszusortieren, da ahnte ich weder, dass ein tatsächlicher Umzug bevorstehen würde, noch, dass die zukünftige Wohnung gar keinen Keller haben sollte.
Es kam einfach so, ganz spontan.

Meine Morgen-Routine ist seitdem nicht „Aufstehen, Sport, Tee, Lesen, Frühstück“, sondern „Aufstehen, Tee, Aussortieren.“.
(Ein bisschen auch, weil ich nicht weiß, ob meine Wirbelsäule im Laufe des Tages Probleme macht, also will ich die Zeit nutzen.)

An den meisten Tagen habe ich bis 8 Uhr morgens dann schon säckeweise Dinge entsorgt.
Und weil ich quasi fertig war, gehe ich gerade NOCH MAL alles durch – man kann fast nicht mehr aufhören.
Ich liebe den Prozess an sich, ich mag die riesige Menge an Entscheidungen, die währenddessen getroffen werden, ich mag das Instant-Erfolgsgefühl, das sich dank der entstandenen Leere einstellt und am meisten mag ich die Vorfreude auf alles Neue, dass stattdessen kommen wird.

Ich strebe zukünftig keinesfalls eine minimalistische Ästhetik an („Ein Sofa, ein Tisch, 4 Stühle, mehr braucht man nicht, dann kann man auch gleich eine kleinere Wohnung mieten und sich auf das Wesentliche konzentrieren.“), dafür mag ich Schönes viel zu sehr.
Selbstverständlich „braucht“ man zum Beispiel keine Blumen – sie sind schnell verwelkt, wärmen nicht und man kann sie nicht essen – entsprechend braucht man keine Vasen für diese Blumen, man braucht keine unterschiedlichen Duftkerzen und Tabletts, auf denen man hübsche Dinge arrangiert, man braucht kein versilbertes Milchkännchen, keinen Schlafanzug von Ralph Lauren oder keine 6 Sorten Darjeeling.
Man braucht theoretisch keine Dinge, die keinerlei andere Funktion haben, als einen zu erfreuen.
Stellt euch vor, ich kann mich auf das Wesentliche konzentrieren und dabei gleichzeitig von Schönem umgeben sein.
Ja, das geht.

Nach einigen Wochen stand das Umzugsdatum fest und so beschloss ich, mit so wenig wie möglich umzuziehen.
Nachdem ich unzählige Hörbücher, Podcasts und YouTube-Videos zum Thema „Ausmisten, Aussortieren, Ordnen, Minimalistisch Leben“ währenddessen angehört habe (wirklich ALLES. Am Schluss war ich bei RTL2 Messihaus angelangt.), kann ich leider keinen Autor oder YouTuber empfehlen, der mich restlos überzeugt hätte.
Manches war zu extrem (Ich werde niemals nur 20 Kleidungsstücke besitzen, dafür macht mir das Ganze zu viel Spaß), manches zu trist (okay, cool, jetzt sind wir alles los und nun? Kahlschlag?), manches zu religiös (nein, Minimalismus ist keine Erlösung und man ist moralisch anderen keinesfalls überlegen, nur, weil man weniger Zeug besitzt. Man kann ebenso gut weiterhin ein selbstgerechtes Arschloch sein. Jetzt dann eins mit weniger Zeug.), manches zu lasch („Jeden Tag eine Sache entsorgen.“ mag easy klingen, aber da werde ich in 5 Jahren nicht fertig, lieber Klotzen statt Kleckern) und der Ansatz „Für alles Neue muss etwas Altes gehen.“ ist eine sehr starre Regel, die meine Spontaneität hemmen würde und sich für mich sehr einengend anfühlt (was für ein Aufwand ein Leben lang!).
Aber jedem das Seine.
Beim Aussortieren fand ich sogar zwei Bücher über das Aussortieren, die habe ich dann – ungelesen – aussortiert.

Stattdessen bekommt ihr drei persönliche Tipps:

1. Wo anfangen?

Ich würde immer mit einer kleinen, überschaubaren Ecke loslegen: einer Schublade, einem Karton, einem Teil des Zimmers.
Damit man ein bisschen Schwung behält und das Ganze wirklich befriedigend ist, muss man diese Schublade/Ecke auch tatsächlich FERTIG MACHEN.
Also alles raus, putzen, Müllsäcke bereit stellen und alles anschließend entsorgen.
Das Zeug sollte noch am selben Tag das Haus verlassen: als Geschenk, Spende, Müll, was auch immer, es muss WEG.
Das Gefühl ist so unschlagbar, dass es einen motiviert, weiterzumachen.
Also ja nicht in „Das überlege ich mir noch“- Kartons schichten.
Du hast genug überlegt und in Wahrheit weißt du ganz genau, dass du es weder brauchst, noch nutzt, noch sonst wie Freude daran hast.

Tipp:
Ich habe einige Male Bücher, Geschirr und kleine Gegenstände in Umzugskartons an den Straßenrand gestellt und mit „Zu Verschenken“ beschriftet.
Es war alles innerhalb kürzester Zeit leer.

2. Was soll weg?

Jeder hat beim Aussortieren eine andere Ausgangslage und meine Challenge bestand darin, dass die Dinge, die ich aussortierte, mir alle tatsächlich noch gefallen, weil sie schön, aktuell und geschmackvoll sind ;).
Also musste ich alles gehen lassen, das mir WENIGER gefiel als der Rest.
Das war am Anfang eher zögerlich, nahm aber einen solchen Schwung auf, dass es inzwischen absolut easy und vergnüglich ist.

Die Fähigkeit des Aussortierens und Sich von Dingen Trennens kann man also tatsächlich ganz wunderbar trainieren!
Es ist wie ein Muskel, der währenddessen wächst.

Ich trennte mich von den meisten Teilen meiner Einrichtung (nur wenige Basics wie Sofa, Esstisch und Bett, etc. bleiben) und sehr viel Deko, Kleidung und Accessoires.
(Im Gegenzug kaufte ich neue Teile, die ins Liebesbotschaft HQ und ins neue Apartment einziehen werden, das Meiste davon ebenfalls Second Hand – es macht einfach so viel Sinn.)

Ich entsorgte den Toaster, weil ich niemals Toast esse. Das taten nur meine Kinder, als sie noch daheim wohnten. Meine Brotscheiben röste ich meistens in der Pfanne mit ein wenig Olivenöl und Knoblauch.

Ich ensorgte den Karton mit den Kindheitserinnerungen meiner Kinder (der erste Strampler, das erste Spielzeug, die ersten Schühchen), nachdem diese „Muuuum, das ist nicht süß! Das ist eher eklig.“ beim Anblick ihrer zerliebten Kuscheltiere riefen. Außerdem habe ich in diesem Karton sowieso nie gestöbert – ich mag meine Kinder lieber in der Gegenwart genießen, melancholische Phasen sind mir fremd.

Ich erlaubte mir, Dinge zu entsorgen, die absolut neu und teuer waren und sich aus irgendwelche Gründen nicht verkauften, denn mir wurde klar: Wer sonst wird es mir erlauben? Meine Mama wird nicht kommen.
Ich bin selbst erwachsen und ich darf es mir selbst erlauben, „Joanna, du darfst das jetzt wegschmeißen.“ und so tat ich genau das.

3. Totschlag-Argument.

Zum Abschluss bekommt ihr noch den ultimativen Joanna-Tip, der euch bei Unentschlossenheit enorm helfen wird.
Habt ihr ein Teil, dass ihr einfach nicht entsorgen KÖNNT, obwohl ihr es weder braucht, noch mögt und nutzt und das nur Platz wegnimmt – ihr bringt es aber einfach nicht über’s Herz, es wegzuwerfen (weil es mal viel Geld gekostet hat. Oder eine Erinnerung oder ein Geschenk einer lieben Person war, etc.)

Bei so etwas stellt euch die Frage:
„Wenn dieser Gegenstand oder dieses Kleidungsstück jetzt versehentlich einen Schaden bekommen würde – einen Brandfleck, irreparablen Riss, ein großes Loch, etc. – WÄRE ICH DANN ERLEICHTERT, DASS ICH ES NUN WEGTUN DARF?!“

Wenn die Antwort „Ja“ lautet, dann bedeutet es:
Dieser Gegenstand ist nichts als eine Belastung für dich – und deshalb wärst du erleichtert, wenn du diese nicht länger tragen musst.

Wenn man sich also so einfach von einer Belastung trennen kann – ab in den Müll – dann ab in den Müll damit.
Jaaaa, auch ohne Brandfleck und ohne zerstoßene Ecke.
Wir haben alle genügend Situationen im Leben, die uns belasten wollen, da muss es nicht noch zusätzlich eine teure, hässliche Teekanne tun.

Ich hab’s dir jetzt erlaubt.

 

Liebesgrüße
Joanna

 

 

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