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Ostern 2022: München Insider-Tipps, Old Money-Looks und Zimtschnecken mit Rhabarber.

 

 

Menschen, die auf Anhieb wissen, wo sich die Quittung vom Juni 2021 befindet, ihr Auto an einem festen Tag in der Woche durch die Waschstrasse fahren und alle München-Tipps, die sie im Internet finden, in einem extra Ordner auf ihrem Laptop speichern, um sie vor der geplanten Reise dorthin rechtzeitig durchzulesen, sind für mich im gleichen Maß bewunderungswürdig, ein wenig unheimlich und forever unerreichbar.

Eventuell will ich mein Auto auch an einem bestimmten Tag durch die Waschstrasse fahren, ich verstehe das großartige Konzept eines organisiert-strukturierten Alltags durchaus, aber keine zwei Stunden später will ich just an diesem Tag noch viel lieber in der Stadt Tee Trinken gehen.
Oder auf einen Flohmarkt.
Oder beschließe, dass nur heute der perfekte Nachmittag zum Badezimmer Ausmisten und Podcast hören ist.

Spätestens nach drei Wochen (wahrscheinlicher: nach drei Tagen) vergesse ich gänzlich, dass es einen bestimmten Autowaschtag gab – hatte in der Zwischenzeit allerdings einen duftenden Earl Grey mit Tarte au Chocolat in der Sonne, fand eine handgetöpferte Vintage Vase auf dem Flohmarkt und weiß zwar nicht, wo sich irgendeine Quittung befindet, stattdessen aber, dass mein Hyaluronserum in der oberen Badezimmerschublade rechts neben dem Retinol steht.
Mein Auto lasse ich waschen, wenn es ausreichend schmutzig ist.

Ich like und speichere fleißig weiterhin alle München-Tipps mit dem festen Vorsatz, sie niemals wieder zu lesen (man braucht sich nicht selbst zu belügen, wa?) und fahre völlig planlos nach München, um etwas Magisches zu erleben:
Nach dem Geschäftstermin (der meine Hauptintention für die Fahrt ist) stolpere ich buchstäblich über die schönsten kleinen Shops, Cafes und Insider-Geheimtipps – so aneinandergereiht wie Perlen an einer Kette von Dior.
Oder wie wenn jemand das alles ganz nach meinen Vorlieben für mich alleine geplant hätte.

Zum Beispiel der winzige, absolut zauberhafte Laden in Schwabing, der randvoll mit Vintage-Accessoires, handgemachten Textilien und Keramik aus aller Welt und einer kuratierten, sehr stilvollen Auswahl an Interior-Unikaten ist.
„Schröder“ trägt den Namen seiner Besitzerin, die seit über 40 Jahren für diese exzellente Auswahl verantwortlich ist.
Ich kann mich kaum an allem sattsehen und kaufe Lampenschirme aus Asien für das Headquarters, Holzschälchen in unterschiedlichen Größen und Formen, Vintage-Eierbecher aus Holz und passende edle Eier aus Marmor und Onyx.
Da keine Kartenzahlung möglich ist, laufe ich zum nächsten Automaten, nur, um auf dem Weg das köstliche Sauerteigbrot mit fermentierten Äpfeln von Julius Brantner zu entdecken.
Und weil auf dem Rückweg schon wieder Mittagszeit ist, besuche ich das kleine, charmante Bistro, das sich direkt neben Schröder befindet – alle Speisen und Snacks im Earlybird-Café sind hausgemacht und so köstlich, wie nur möglich, der Kaffee schmeckt großartig, die Besitzerin ist umwerfend freundlich, die Stimmung ausgelassen und warmherzig, ich fühle mich, wie wenn bei zu meiner eigenen Mutter mal eben spontan zum Lunch vorbeigeschaut hätte.
Noch stundenlang könnte ich hier sitzen, meine Bowl und Pflaumentarte essen, den Hund der Besitzerin streicheln und den Gesprächen der Gäste zuhören, die sich quer über die Tische unterhalten, ich erfahre, dass ein Münchener Politiker ein mieser Typ sei, da sind sich alle einig. Ob ich mit dem verwandt oder verschwägert sei? Ich verneine. Er ziehe den Rentnern das Geld aus der Tasche, das mache man einfach nicht. Ich nicke zustimmend, gebe ein großzügiges Trinkgeld und fühle mich wie ein Teil der Familie, Rentner zu Bestehlen ist nun wirklich das Allerletzte.

Auf dem Nachhauseweg schaue ich beim Pure&Simple Second Hand-Shop vorbei, kaufe eine schmal geschnittene, dunkelblaue Anzugshose und bin – weil wieder Tea Time ist – auf der Suche nach einem guten Darjeeling To Go.
Den bekomme ich direkt um die Ecke in einer zauberhaften französischen Boulangerie, die neben knusprigen Baguettes kleine Schokoladen- und Vanilleeclairs anbietet. Absolut délicieuse.

Solltet ihr tatsächlich wissen, wo sich diese eine Quittung vom letzten Jahr befindet (Chapeau!), könnt ihr diese Adressen einfach in eurem München-für später-Ordner speichern.
Ich bin sicher, ihr werdet den Tag ebenso genießen wie ich.

 

Alles in München:
Schröder: Georgenstrasse 24
Earlybird Café: Georgenstrasse 24
Julius Brantner Brothandwerk: Adalbertstraße 25
Pure&Simple: Müllerstr. 31
Boulangerie Dompierre: Hans-Sachs-Str. 1

 

 

 

Es wird keinen überraschend, dass ich meine diesjährige Osterdekoration mit den in München entdeckten Schätzen gestaltet habe: Die Inspiration dazu kam aus dem neuen Liebesbotschaft Headquarter mit seinen sanften Farben und dem wunderschönen Licht.
Ich liebe die Tatsache, dass keine kleinen Kinder mehr daheim wohnen und ich ganz ohne Osterbasteln oder -malen auskomme: So ist alles nicht nur schnell fertig, sondern entspricht ganz und gar meinem persönlichen Stil.

Und weil ich letzte Woche bei „Zeit für Brot“ in Berlin die leckersten Zimtschnecken gegessen habe, musste ich für Ostern ebenfalls welche zubereiten und bin sehr stolz, verkünden zu dürfen, dass diese zwar nicht perfekt rund, dafür aber perfekt fluffig-zimtig-fruchtig geworden sind.
Hefeteig ist eher das Gegenteil von Quick, dafür ist das Rezept relativ idiotensicher (für mich war es auch das erste Mal!) und das Ergebnis groß-art-ig.
Was auch daran liegen kann, dass ich den Teig statt 2 Stunden über die ganze Nacht und den folgenden Tag habe gehen lassen, weil ich zwischendurch schon wieder keine Lust zum Weiterbacken hatte.
Bisschen wie Autowaschen, I see a pattern.

Das Rezept findet ihr unten im Text.

 

 

Mango hat in dieser Saison ein paar Old Money-Look Teile und diese will ich euch nicht vorenthalten.
Die folgenden Kleidungsstücke trage ich rauf und runter und finde sie für die Spring/Summer-Season absolut passend und wunderschön:

Lederrock (Jeden Cent wert, ich habe WOW-Komplimente bekommen): HIER
Rolli (Sommerrolli aus einem feinen, angenehmen Stoffgemisch, in dem man nicht schwitzt): HIER
Tweed Kleid (Chanel, is it you?): HIER
Sneaker (weiches Leder zu einem tollen Preis): HIER
Cardigan (Habe es bereits mit drei unterschiedlichen Looks kombiniert, ein Traum!): HIER
Oversize-Trenchcoat: HIER

Meine Sonnenbrille ist von HIER.
Meine Tasche ist von Hermès, meine Heels sind von Zara.

Rhabarber-Zimtschnecken:
(ich verzichte auf die Glasur, weil ich die Schnecken nicht so süß mag)

500g Mehl
1 Pckg Trockenhefe
60ml lauwarmes Wasser
140g Zucker
180ml Milch
1 Ei
160g weiche Butter
2 TL Zimt
etwas Puderzucker zum Bestreuen
3-4 Stangen frischen Rhabarber, 3 TL Zucker

1. Die Trockenhefe und 1 Tl Zucker mit dem lauwarmen Wasser vermischen und für ca. 10 Min. ruhen lassen.
2. 50g Butter schmelzen lassen. Anschließend die Milch, das Ei, die geschmolzene Butter und 50g Zucker mit dem Rührgerät verrühren.
3. Mehl und die Hefe-Flüssigkeit portionsweise unterrühren. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
4. Den Teig mit einem sauberen Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen (oder über Nacht).
Der „warme Ort“ kann z.B. eine sonnige Fensterbank sein. Oder ein Ofen, der für 5 Minuten auf 50Grad geheizt wurde, anschließend ausgemacht.
5. In der Zwischenzeit den Rhabarber schälen und in kleine Würfel schneiden (ca. 0,5 x 0,5cm oder kleiner). Mit etwas Wasser bedecken, 2-3 TL Zucker hinzugeben und wenige Minuten köcheln lassen, bis er weich wird. Abgießen (die Flüssigkeit nicht wegschütten, das ist ein köstlicher Rhabarbersirup) und abkühlen lassen. Zur Seite stellen.
6. Für die Zimtfüllung den restlichen Zucker, die weiche Butter und den Zimt zu einer weichen Masse verrühren oder mit dem Rührgerät schaumig schlagen.
7. Den Teig zu einer rechteckigen Form anrollen (ca. 5mm dick), Zimt-Butter dünn auf das Rechteck streichen. Dabei einen ca. 1 cm dünnen Rand freilassen. Anschließend mit den Rahaberkompott bestreichen.
Von der langen Seite aufrollen.
8. Die Rolle in 8-10 Scheiben schneiden und diese in einer gefetteten Form schichten.
9. In auf 190Grad vorgeheiztem Ofen ca. 20-25 Min. lang backen.
10. Mit etwas Puderzucker bestreuen.

 

Manchmal wünschte ich, ich könnte irgendeine – auch nur eine! – Quittung auf Anhieb finden.
What kind of life could that be.

 

Liebegrüße
Joanna

 

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