Inspiration

Money Series: Scham, Angst und Gier – Partner in Crime, wenn es um dein Geld geht.

 

Naaaa, habt ihr eure Hausaufgaben des letzten Monats erledigt?
(Auch Sabine in der 3. Reihe links?)

Oder hat jemand noch ein paar „Ach, Geld ist nicht sooo wichtig/ich will gar nicht reich werden/Es ist so kompliziert, Zahlen machen mir keinen Spaß, ich bin lieber kreativ/ich bin froh, wenn es am Monatsende reicht.“ – Vibes mitgebracht?
Dann entsorgt sie bitte noch vor dem Lesen und zwar genau HIER.
Bitte, danke.

Mir ist absolut bewusst, dass man das große Tabu beim Thema Geld nicht durch einen einzigen Text beseitigt.
Und ebenso wenig durch drei Texte.
Dafür sind die Überzeugungen zu stark, die Erfahrungen zu unterschiedlich und die Vorbehalte zu groß.

Allerdings hat Geld (oder ein Mangel an solchem) eine solche große Auswirkung auf dein Leben, dass ich das auf keinen Fall meiden will.
Und weil jeder weiß, dass ich stets die größte Bedeutung den inneren Werten gebe, und die Liebe in meinem persönlichen Leben immer und überall die unangefochtene Vorrangstellung hat, kann ich ganz offen und ohne komische Untertöne auch über Geld  sprechen.

Und noch etwas sehr Wichtiges vorab:
Ich schreibe diesen Text nicht, um zu provozieren oder zu diskutieren – das Erste habe ich nicht nötig, für’s Zweite habe ich keine Zeit.
Falls du von vornherein „Aber Joanna, du hast leicht reden, du kennst meine Situation nicht.“ denkst, dann möchte ich dich bitten, an dieser Stelle mit dem Lesen aufzuhören.
Ich schreibe das nur und ausschließlich, weil ich will, dass „deine Situation“ sich endlich zum Guten verändert – und das wird sie, wenn du meinen Worten glaubst, und sie tiefer einsinken als das oberflächliche „Ja ja, das sage ich auch schon immer.“

Was jetzt kommt, ist eventuell ein bisschen herausfordernd für deine Emotionen, deshalb ist es mir wichtig, dass nur diejenigen weiterlesen, die mich wirklich mögen und mir vertrauen.
Ich tue das auch nur, weil ich dich mag.

Das Thema Geld ist überhaupt nicht neutral, sondern bis zum Hals vollgeladen mit fiesen Emotionen, allen voran diese drei:
Scham, Angst und Gier.

Bereit, dem entgegen zu treten?
Auch, wenn es kurz unangenehm wird, dich ärgert und herausfordert?
(letzte Chance, noch schnell auszusteigen!)

Na, dann:

Scham.

 

Man spricht nicht über’s Geld, man hat es.
Hat man es nicht, schämt man sich.

Diese tiefe Scham und Minderwertigkeit, die bei fehlendem Geld regelmäßig als Begleiterscheinung auftritt, ist etwas zutiefst abscheuliches:
Du hast dann nicht nur kein Geld (und damit weniger Möglichkeiten und mehr Herausforderungen), sondern schämst dich noch dafür.
Was für ein perfider Kunstgriff der Hölle.

Es gibt im Leben immer wieder Situationen, in denen es zu finanziellen Engpässen kommen kann:
Vielleicht ist eine lange Arbeitslosigkeit die Ursache. Eine schwere Krankheit, eine Trennung, eine Geschäftsinsolvenz, die alleinige Verantwortung für eins oder mehrere Kinder, oder ein anderer, unvorhersehbarer Schicksalsschlag.
Einige wiederum kommen aus sehr bescheidenen Verhältnissen und kennen nichts anderes als finanziellen Mangel seit jeher.
Andere haben in Sachen Geld selbst Mist gebaut und Fehler gemacht oder wurden betrogen und beklaut.
Alles das passiert.
Keiner braucht sich für den Teufel zu schämen.

Oft ist die Scham etwas versteckt, und äußert sich nicht im Alltag, weil du dich – finanziell gesehen – unter deinesgleichen bewegst.
Studenten unter Studenten, Pädagogen unter Pädagogen, Mamis unter Mamis.
Alle leben den gleichen Standard, und keinem ist es unangenehm, wenn er z.B. ein altes Auto fährt.
Sobald du dich allerdings aus deinem Dunstkreis wagst, und mit „Reichen“ zusammen bist, taucht es aus der Versenkung:
das unangenehme, gehemmte Gefühl der Minderwertigkeit und der Unsicherheit.

Es tritt zutage, wenn du einem ehemaligen Klassenkameraden begegnest, dieser offensichtlich besser situiert ist als du, und du auf einmal verlegen und verkrampft wirst, statt dich einfach nur zu freuen, dass du ihn wieder siehst.
Es zeigt sich, wenn du ein Geschäft der Luxusklasse betrittst – obwohl du dir bei deinem momentanen Kontostand noch nicht mal eine Socke dort leisten könntest – du dich aus diesem Grund unwohl fühlst, und keinen Spaß daran hast, die Verkäuferin ein paar Handtaschen holen zu lassen, oder ein Kleid anzuprobieren, damit du siehst, wie dir beides stehen würde.
Es taucht auf, wenn die Nachbarin aus dem neugebauten Haus inklusive neue Einbauküche überraschend klingelt, weil ihr Postpaket bei dir hinterlegt wurde, bei dir daheim alles andere als Schöner Wohnen herrscht, und du am liebsten die Türe nur einen winzigen Spalt weit öffnen möchtest.
Es wird offenbar, wenn ihr als Gruppe essen geht, und du aufgrund deines mangelnden Budgets nicht offen sagen kannst, dass du lieber in ein günstigeres Restaurant gehen würdest, sondern beschämt und unglücklich dein teures Essen zahlst.
Es erscheint, wenn du von vornherein bereits bestimmte Events oder Treffen meidest, weil du glaubst, dass dein Äußeres nicht gut/angemessen/wohlhabend genug dafür ist, und du dich so unwohl deswegen fühlst.

Das alles sind Glanzstunden der Scham. Da weidet sie sich richtig vor Freude.
Mir dagegen bricht das Herz.

Ich möchte nicht, dass sich jemals wieder auch nur eine einzige von euch wegen ihrem geringen Lebensstandard, vorübergehendem finanziellen Mangel oder leerem Geldbeutel schämt.
NIE WIEDER.
Diese Scham ist für dich ab heute VORBEI.

Und es gibt keine bessere Möglichkeit – noch mal: KEINE BESSERE Möglichkeit – als genau jetzt und in dieser ungünstigen finanziellen Situation die Scham für immer zu verlieren.
Ist mir egal, wie lange sie schon dein Leben begleitet, wie tief sie sitzt, und ob du dich schon so sehr an sie gewöhnt hast, dass sie dir kaum noch auffällt: das verschämte, verkrampfte, unfreie Auftreten, das innere „Bloß nicht auffallen“, das Meiden von bestimmten Menschen/Situationen, weil diese besser situiert sind.

Aber Joanna, du verstehst nicht: hätte ich mehr Geld und einen höheren Lebensstandard dann würde ich mich nicht länger schämen.

Spoiler:
Das ist die Karotte Lüge, die dir vorgehalten wird.
Hast du mehr Geld, dann kannst du nur darauf warten, bis jemand vorbeikommt, der NOCH mehr Geld hat – und schon läuft exakt dieselbe Scham-und-Minderwertigkeit-Szene ab.
Ob mit 10,-€ oder 10.0000,-€: Scham verabschiedet sich nicht einfach, weil das Konto wächst.
Sie wartet einfach nur ruhig ab, bis wieder ihre große Sternstunde kommt, dafür schickt sie gerne einen Millionär (-klassenkameraden oder Ex-Partner) vorbei. Und zwar genau DANN, wenn es bei dir wieder kurzzeitig finanziell knapp ist.

Na gut, Joanna, und wie mache ich das?

Gut, dass du fragst, denn GANZ ZUFÄLLIG spricht du mit der absoluten Expertin in diesem Bereich.

Ich war schon ein paar Mal pleite, aber ich war noch niemals arm.
Pleite sein ist ein vorübergehender Zustand, Armut dagegen ein Mind Set.
Ich habe mich noch nie deswegen geschämt.
NOCH N I E.

Es kann sein, dass du gerade kein Geld hast.
Mit Betonung auf GERADE.
Mit Betonung auf vorübergehend.
Mit Betonung auf kurzfristig.
Mit Betonung auf momentan – und wenn dieser Moment schon 2 Jahre dauert, na und?
Kann sich innerhalb kürzester Zeit alles wieder ändern.

Der Schlüssel liegt darin, dass du dich nicht über deinen Geldbeutel DEFINIERST.

Es ist nur eine Zahl – und sie sagt ABSOLUT NICHTS darüber aus, wer du bist, für welche große Aufgabe dein Leben vorherbestimmt ist, und wie selbstbewusst und selbstsicher du deswegen auftreten darfst.
Eine Zahl auf dem Konto sagt nichts über deinen Wert aus.
Du bist nicht weniger wert, wenn du wenig hast, und wirst nicht mehr Wert haben, wenn du viel hast.
Wer dir dieses Gefühl vermittelt, auch unterschwellig, spielt auf einem ganz, ganz niedrigen Level.

Dein Wert ist vollkommen losgelöst vom Geld: deine Person ist das Kostbarste, Wichtigste, Schönste, Aufregendste und Wertvollste an dir.

Und genau diese deine Person ist FÄHIG und IN DER LAGE, aus der momentanen miesen finanziellen Situation wieder herauszukommen.
DU bist in der Lage, Verantwortung für dein Geld zu übernehmen, und alles, was schief gelaufen ist, wieder in Ordnung zu bringen.
DU KANNST und DU WIRST dich um die Missstände kümmern (egal ob selbstverschuldet oder von anderen verursacht!), Schulden abbezahlen, einen noch besser bezahlten Job oder eine Gehaltserhöhung bekommen, mehr Einkommen generieren, und darüber hinaus überraschende finanzielle Wege, Mittel und Ideen finden, von denen du gerade noch KEINE AHNUNG hast.

Das alles wartet auf dich, aber erst verlassen wir dieses miese „Ich bin so knapp bei Kasse, und es ist mir so peinlich, und wie soll das jemals anders werden.“ – Jammertal.

Aber Joanna, wie soll das gehen? Ich habe das schon oft versucht, und es klappt nicht.

Ist mir sowas von egal, wie oft du das schon versucht hast, und ob es geklappt hat oder nicht.
Wir sind bei Liebesbotschaft, und da geht das so: Joanna sagt es, es ist so, das reicht mir.
Mehr brauchst du nicht. Bei allen anderen Lebensbereichen hast du es doch auch so gemacht, oder?
Und wurde besser, oder?
Klingt tatsächlich sehr simpel, aber beinhaltet ALLES – wenn die Liebe für alles reicht, aber beim Geld eine Ausnahme macht, dann stimmt doch etwas nicht?
Dann würde alles gar keinen Sinn machen.
Tatsächlich MACHT sie beim Geld keine Ausnahme (und das merkst du spätestens daran, dass ich das jetzt für dich schreibe).

Aber Joanna, wie. soll. das. gehen?
Du beschließt, dass für dich jetzt neue Zeiten angebrochen sind.
Einfach so.
Ohne große Emotionen, ohne große Show: einfach so, weil du mir vertraust.
Du verabschiedest dich von Scham, finanziellem Mangel und der „Es reicht nie.“-Denke – und ich nehme dich mit in dieses „Jetzt packe ich es Schritt für Schritt an, und bin zutiefst davon überzeugt, dass ich immer genügend Geld für mich haben werde, und immer noch so viel mehr, dass ich andere unterstützen kann.“

Du hebst deinen Kopf, steckst deine Brust aus, atmest tief ein, und wirfst die Scham im hohen Bogen aus deinem Leben:
SIE SOLL SICH WAS SCHÄMEN, DASS SIE DICH SO LANGE GEQUÄLT HAT!

Und dann wartest du ganz gelassen die nächste Situation ab, in der sich die Unsicherheit und Minderwertigkeit gewöhnlich gezeigt haben (und sie wird kommen, oh ja!), oder provozierst diese sogar, indem du bewusst einen Bummel durch die Luxusmeile der Stadt machst – das bleibt dir selbst überlassen.

Und dann machst du dasselbe, immer und immer wieder:
DU STEHST ZU DEINER ENTSCHEIDUNG, ZU DEINEM NEUEN LEBEN, DU STEHST ZU LIEBE, Kopf hoch, Brust raus, Augen geradeaus.
Und wenn deine Stimme zittert, der Fluchreflex einsetzt, und dir der pure Schweiß vor lauter „Ich gehöre hier nicht hin, alle schauen auf mich, alle verurteilen mich, ich bin unpassend, ich bin falsch, ich bin arm, mir ist es unangenehm, weil ich nichts Teures anhabe.„- Gedankenbeschuss läuft:
FUCK THIS SHIT.
Du gibst nicht nach.
DU. NICHT.

DU bist ganz bestimmt nicht arm, nicht unpassend, und nicht falsch.
SCHAM ist dagegen bei dir IMMER unpassend und falsch.

DU bist das Schönste und Wichtigste, was es gibt.
Und ich will nicht, dass du fehlendes Geld jemals wieder mit etwas Unangenehmem oder Beschämendem in Verbindung bringst.

Liebesgrüße
Joanna

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10 Comment

  1. Reply
    Anke
    29. Juli 2019 at 18:50

    Amen. Aus tiefstem Herzen.
    Ich habe heute den ganzen Tag darauf gewartet. Sitze jetzt hier und heule. Vor Sehnsucht und Dankbarkeit. Und Erleichterung. Endlich sagt mir das mal jemand.
    Ich habe gestern beschlossen, dass das Wort ‚Glückseligkeit‘ mein Wegweiser ist ab sofort. Gab es jemals so ein schönes Wort? Ich bin verliebt.

    Glückseligkeit ist es, was ich gerade empfinde.

    Danke Danke Danke

    PS.: Ich weiß, der Fluchreflex ist eigentlich ein Fluchtreflex. Aber irgendwie passt beides.

  2. Reply
    sina
    29. Juli 2019 at 21:14

    ❤️❤️❤️

  3. Reply
    Friederike
    29. Juli 2019 at 21:53

    Weißt Du was das coole an dem Text ist?! Man kann „Geld“ durch jedes andere Wort ersetzen und es passt immer noch alles! Job/Karriere/Gewicht/Haarfarbe… null problemo! Die Essenz stimmt.
    … es fällt mir gerade wie Schuppen von den Augen.

  4. Reply
    Ivonne
    30. Juli 2019 at 7:05

    Du.bist.einfach.so.GUT!
    Dankeschön für Dich!

  5. Reply
    Christiane Borisch
    30. Juli 2019 at 8:53

    So ein klasse Statement, Volltreffer! Das ist so gut und so wahr. Ich sag nur , tschüssduscheißscham, wenn man blöde Wörter versteckt fallen sie nicht so auf , war mir grad ein Bedürfnis;):))
    Ich bin voll erwischt und gehe jetzt erhobenen Hauptes in den neuen Tag und in die Stadt!
    Ein ganz herzliches DANKE , liebe Joanna, für diese klaren Worte, gepaart mit Liebe, so habe ich es am liebsten und ich habe es auch schon geteilt denn es ist zu gut, um es nicht zu teilen!
    Ach ja, morgen ist Betriebsausflug mit ausgiebigem Shopping, na dann mal los ins Umsetzen!
    Liebe Grüße
    Christiane

  6. Reply
    Dagmar Lauster
    30. Juli 2019 at 9:32

    Liebe Joanna, manche Texte berühren mich so, dass ich erst einmal damit arbeite… Oder ES mit mir arbeitet. Im Moment bin ich zutiefst Dankbar, denn es trifft genau den (wunden) Punkt,der mich seit einiger Zeit bewegt.

  7. Reply
    Mit Mir unterwegs
    30. Juli 2019 at 9:45

    Beschlossene Sache. Schön das Du es ansprichst! 😉

  8. Reply
    Petra
    30. Juli 2019 at 18:43

    Joanna. Joanna ist Kein Blog. Joanna ist kein OMG. Joanna ist eine Lebenseinstellung & Philosophie. Danke!

  9. Reply
    Micky
    31. Juli 2019 at 16:12

    Oooh, Joanna! Nach deiner warnenden Einleitung habe ich (trotz ganz mieser und miesepetriger, hochsensibler PMS-Stimmung) mutig weitergelesen, weil ich finde, dass Kritik im Sinne offener Direktheit der liebevollste Akt überhaupt ist. Dabei warst du gar nicht hart! Du hattest einfach nur verdammt Recht! 🙂 Ich fühle mich sehr befreit und werde jetzt mal völlig schamlos über die Ausreden nachdenken, die mich meine Selbstständigkeit klein halten lassen. Danke!! 🙂

  10. Reply
    Claudia
    1. August 2019 at 15:44

    Liebe Joana,
    danke für diesen Artikel. Ich bin so groß geworden, dass ich mich eher dafür schäme, wenn ich mehr habe, als jemand anderer – weil dann so oft in unserer Gesellschaft dieser Neid kommt.
    Mich auf diese Art und Weise klein zu halten, ist auch weit davon entfernt ideal zu sein. Ein Punkt an dem ich -eh schon länger – arbeit.
    Ich schäme mich nicht dafür, Geld zu haben. Und gern viel Geld zu haben. Ich hatte in meiner KIndheit auch den Glaubenssatu „Geld ist schmutzig und stinkt“ anerzogen beommen. Ich hab sehr intensiv daran gearbeitet, mich hingesetzt, an Geld gerochen und es genossen.
    Ich bin noch am Weg – deine Inspiration bringt mich hier wieder klar weiter!
    DANKE!
    lg
    Claudia

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