Inspiration

New Year, New Me: Wieso Gute Vorsätze unangenehm sind. Und wie ich mich selbst motiviere.

Was macht das Leben einfacher?
Gewohnheiten, die was bringen: gesund essen, täglich an die frische Luft, jeden Abend kurz aufräumen, früher aufstehen, weniger am Handy, mehr Sport, mehr Zeit für sich, was weiß ich. Sowas eben.
Hinterher ist man insgesamt zufriedener, gesünder, fitter, leistungsfähiger, ausgeglichener und am Ende glücklicher.
Klingt alles nicht weiter kompliziert, richtig?
Ist ja nicht so, als würde man Japanisch lernen müssen.

Und warum tut man es dann nicht?
Oder fängt hoch motiviert „Mein Leben wird sich ab sofort ändern!“ an, und findet sich keine 3 Tage später bei der 4. Folge der neuen Staffel von Bing Bang Theory.
Auf dem Sofa.
Chipstüte in der Hand.
Um 17 Uhr nachmittags.
An einem Dienstag.
Großartig.


Weil mir bewusst ist, dass einige von euch den „New Year, New Me.“- Schwung nutzen wollten, um tatsächlich einiges zu verändern, kommen heute 3 Booster für’s Dranbleiben.

Bereit?

1. Du hast Verantwortung für dein Leben, also verschwende deine Zeit nicht mit Ausreden.

Wäre Gründe Ausreden finden eine olympische Disziplin, hätten einige bereits eine beachtliche Medaillen- und Pokalsammlung Daheim.
Es ist erstaunlich, wie kreativ das Hirn ist, wenn es Entschuldigungen für sein eigenes „Ich kann heute nicht, weil.“ – Versagen sucht – im Beschweren und Jammern haben es einige schon oft zu Gold gebracht.
Die weitaus allermeisten Gründe Ausreden sind richtig lahm.
Und dann gibt es noch Umstände und Situationen, die tatsächlich so herausfordernd sind, dass man nicht immer gleich so kann, wie man gerne würde – alles verständlich und nachvollziehbar.

So oder so, in beiden Fällen gilt:
Du hast Verantwortung für dein Leben.
DU hast Verantwortung für dein Leben.
Du HAST Verantwortung für dein Leben.

Deine Ausreden in Ehren, aber tell your Mum!
Niemand außer deiner Mama wird am Ende des Tages Verständnis dafür haben, warum du dein Leben nicht im Griff hast, oder Rücksicht darauf nehmen, wie schwer bei dir gerade alles ist.
Willst du Verständnis, erzählte es deiner Mutter – Willst du Veränderung, musst du mir zuhören.

Verantwortung für sein eigenes Leben zu haben, ist die allerschönste Sache überhaupt.
Es bedeutet nämlich, dass du jederzeit und immer für dich alles neu festlegen kannst, die Richtung ändern, einen ganz anderen Pfad einschlagen, Entscheidungen treffen und diese ausführen kannst.
Du kannst dich IMMER neu entscheiden, und es kann dich keiner dazu zwingen, alles so zu lassen, wie es bisher war.
Und IMMER bedeutet immer JETZT.

Das Wissen um diese Machtausübung in deinem Leben ändert alles schlagartig und löscht jedes selbstmitleidige „Mimimi…“ in einem Zug aus, denn:
– Es mag sein, dass du verletzt wurdest – aber du kannst dich immer noch entscheiden, der Person zu vergeben.
– Es kann sein, dass du gerade wenig Geld hast – aber du kannst beschließen, dass es nicht so bleiben wird, und konkrete Schritte unternehmen,
– Es kann sein, dass alles gerade blöd gelaufen ist, und du dich auf einmal unverschuldet in einer schlimmen Situation befindest, aber du kannst von exakt diesem Zeitpunkt aus (und zwar genau jetzt und hier) festlegen, dass du das Allerbeste daraus machen wirst, und am sich am Ende alles zu deinem Vorteil wendet.

Wenn bei mir vor lauter Selbst Bemitleiden und Ausreden Erfinden nichts geht, sage ich zu mir: „Joanna, bist du ohne Arme und Beine geboren„?
Na, also. Dann hast du absolut keinen Grund, dich zu beschweren.

By the way:
In der Zeit, in der man darüber nachdenkt, wie scheiße alles bei einem gerade läuft, könnte man ebenso gut die Spülmaschine ausräumen, auf dem Trampolin hüpfen oder eine Rechnung überweisen.

Wie man dauerhaft Schluss mit Ausreden und Kompromissen macht, steht übrigens HIER.

2. Jede Veränderung fühlt sich zunächst unangenehm an.

Ein Motivations-Boost ist immer mit innerer Vorfreude und Begeisterung verbunden (bzw. sollte es. Sonst ist es einfach nur Druck, und dann kann man es gleich lassen.): „Jaaaa, ich packe es an! Ich kann das! Ich schaffe alles!“.
Aber dann ist Mittwoch 7 Uhr morgens, und du hast Kopfweh, und es regnet, und gestern ein blödes Gespräch und jetzt erstmal eine rauchen.
Wo ist sie hin, die freudige Erregung auf die Veränderung, die alles so spielend leicht erscheinen lies („Dann lasse ich eben die Zigaretten weg, wo ist das Problem?“)?

Die Anfangseuphorie in Ehren, aber die Wahrheit lautet:
Die Seele eines jeden Menschen ist von Haus aus ein faules, schlampiges Miststück, das am liebsten alles auf morgen verschieben, Netflix schauen, und erst Sport machen will, wenn der Arzt es verordnet.
Merke: BIS etwas zu einer guten Gewohnheit wird, kostet es eben DOCH Überwindung und ist gefühlt nicht einfach – und zwar ganz schön oft und ganz schön lange.
Ich sage das nur, damit du nicht zu schnell deine Neujahrsmotivation in die Ecke wirfst, weil du „heute keine Lust hast“.
Du wirst das „Ich habe aber gerade jetzt keine Luuuuhuuuust!“- Gefühl ignorieren müssen.
Und dann wieder ignorieren.
Und dann wieder ignorieren.
Du wirst noch ganz schön oft keine Lust haben, bis du es ganz überwunden hast, die Schlampe einsieht, dass sie keine Chance gegen dich hat, und aufgibt.

Ist das Neue einmal drin, läuft es wie am Schnürchen.
Und dann macht alles, was dir gut tut, auch noch sehr viel Spaß.

3. Ohne Liebe, ohne mich.

Es gibt Menschen, die ihr Leben perfekt optimiert haben – trotzdem fühlt man sich in ihrer Nähe unwohl.
Irgendwie ist zwar alles korrekt, aber steif, und unbewusst spürt man, dass man für jeden Lebensbereich, den man nicht genauso gestaltet, von der Person be- und verurteilt wird.

Das hängt damit zusammen, dass man zwar „an sich arbeiten“ kann, aber geschieht es aus einer Art innerem Druck, statt Selbstliebe, dann produziert es ein Gesetz (da kann die Person noch nicht mal etwas dafür! Es geschieht ganz automatisch.):
SO ist es richtig.
ANDERS ist es falsch.
Wenn du es also anders machst, bist du offensichtlich falsch (du Versager).
Das ist moralisch natürlich unterstes Niveau, und deshalb würde es keiner jemals aussprechen, aber exakt das sind die Vibes, die von diesen Menschen ausgehen.
Und ganz unbewusst fängt man auf einmal an, sich vor ihnen zu rechtfertigen oder zu erklären – ihr habt das bestimmt schon mal erlebt, denn hinterher wundert man sich selbst „Warum um Himmels Willen habe ich Rechenschaft abgelegt?“.

Aus diesem Grund bin ich kein Fan von klassischer Selbstoptimierung – Wer gibt mir das Recht, andere dafür zu verurteilen, dass sie einen anderen Lebensstil führen?
Ich bin nicht auf der Welt, um Urteile zu fällen.
Ich liebe die Menschen.

Von Haus aus bin ich nicht so der selbstdisziplinierte Typ: weder ordentlich, noch strukturiert, noch organisiert.
Noch nie (!) habe ich irgendwas Selbstauferlegtes durchgehalten: „Ab morgen mache ich weniger das und dafür mehr das.“
Ich weigere mich jedoch, das als Ausrede für Chaos oder Lethargie zu benutzen „Na ja, dafür bin ich eben kreativ und spontan, jeder hat andere Stärken.“
Persönlichkeitsstruktur in Ehren, aber was bringt’s, wenn einem das Chaos immer wieder im Weg steht und den Alltag komplizierter macht?
Ich selbst bin für mein Leben verantwortlich.

Eine nachhaltige Veränderung und einen Instant-Motivationsboost lösen bei mir stets zwei Fragen aus:
„Wer bin ich?“
„Würde ich wollen, dass jemand, den ich aufrichtig liebe, so lebt?“

Und dann wird mit bewusst, wie sehr ich mich schätze, und wie gerne ich mit mir zusammen bin, und wie froh ich sein kann, dass eine Joanna (Ihr habt eine Joanna manchmal online, ich aber habe sie immer bei mir!) in meinem Leben ist.
Und dass ich aufgrund dessen noch mehr zum Ausdruck bringen will, dass ich mich liebe: wie auch immer das dann konkret und ganz praktisch aussieht.
Dann bin ich nämlich ordentlich und diszipliniert, und weiß gar nicht so ganz genau, wie das auf einmal Zustande kam.

Habt ihr gewusst, dass mein voller Vorname Joanna Elwira lautet*?
Die Bedeutung von Joanna lautet „Die von Gott begnadete, die von Gott begünstigte, Gottesgeschenk, Gottes Gesandte.“
Elwira heißt „Die Lebhafte, die Wahre, die Erhabene, die wahre Lebendigkeit.
(EXCUSE MEEEE, aber wenn alles das nicht perfekt auf mich zutrifft, dann weiß ich auch nicht.)

Jemand, der erhaben ist, kann sich unmöglich gehen lassen.
Jemand, der lebendig ist, liegt nicht tagelang auf dem Sofa.
Jemand, der so beschenkt wurde, hat eine dementsprechende Verantwortung: nämlich dem gemäß zu leben.

New Year, New Me – aber wer ist bei dir dieses dubiose: ME?
Wer bist du?
Als wen siehst du dich?
Es ist einfach ein himmelweiter Unterschied, ob du „liebevolle Mami von 2 Kindern und 1 Labrador, mit dem besten Mann der Welt verheiratet, deko- und modeverliebt.“  – oder „Ich werde diese Welt verändern. (und habe 2 Kinder, Mann, Hund, etc.)“ bist.
Ich sage nicht, dass das Eine schlechter als das Andere ist, aber du begreifst den Ausgangspunkt:
WER BIST DU?

Verstehst du den unterschiedlichen Ansatz?
Vielleicht gibt es keine Lifecoaching-Ratgeber darüber, ich aber bin zutiefst überzeugt:
Wenn du anfängst, eine andere, grenzenlos schöne und überschwänglich liebevolle, wertschätzende und große Sicht auf dich selbst zu haben, wird sich dein Leben auch in den praktischen Dingen mehr und mehr zum Guten verändern.
Ganz ohne  Druck, Zwang, schlechtes Gewissen und Versagensgefühle, wenn du es mal wieder nicht hingekriegt hast.
Immer von Innen nach Außen.

Und für Innen bin ich tatsächlich die Expertin :).
Weil ich dich so liebe.

Joanna

*Natürlich kann man behaupten, dass die Namensgebung ein Zufall und bestenfalls der Geschmack der Eltern war – tatsächlich habe ich aber vor Kurzem beschlossen, dass bei mir ganz bewusst so gewählt wurde, und meine Eltern unbewusst inspiriert waren ;).

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7 Comment

  1. Reply
    MadameBrittaFly
    10. Januar 2019 at 14:40

    Nomen est Omen – vielen Dank für diesen Artikel zum Jahresauftakt und herzliche Neujahrsgrüße von Britta (die Erhabene) Christina (die Gesalbte) !

  2. Reply
    Mira
    10. Januar 2019 at 14:53

    Sehr schön geschrieben!
    Sorry für die letzte Nachricht ❤️

  3. Reply
    Sarah
    10. Januar 2019 at 18:49

    Liebe Joanna,
    einfach ein ganz großes DANKE – und ja, wenn ich die Liebe repräsentiere, dann lasse ich mich nicht gehen, weil sie mich verpflichtet. Ich liebe mich, also achte ich auf mich und kann mich ganz auf mich verlassen…Völlig losgelöst von narzisstischen Tendenzen.
    Ganz herzliche Grüße,Sarah

  4. Reply
    Mumbai
    10. Januar 2019 at 19:08

    Morgen der zu werden, der du sein willst, klappt am besten,
    wenn du heute erst mal versuchst, der zu sein, der du sein kannst.
    Mit allen guten Wuenschen fuer ein Liebes-botschaft Neujahr.

  5. Reply
    Edita
    10. Januar 2019 at 20:15

    Danke für den Impuls, die wichtige Frage zu stellen, ‚wer bin ich?‘. Mit Tränen in den Augen habe ich den Youtubelink no arms no legs geschaut und große Dankbarkeit verspürt.

    Von Herzen
    Edita

  6. Reply
    Petra
    11. Januar 2019 at 0:19

    Balsam für die Seele! Auch ich habe beschlossen auf Couch Entzug zu gehen, und meinen Vorsätzen mich zu widmen. Meditieren, Sport machen, einfach machen statt es einfach nur zu wollen. Und dies stets mit dem größten Geschenk was einem geboten wird. Der Liebe

    Gruß,
    Petra

  7. Reply
    Andrea Böttner
    11. Januar 2019 at 13:39

    ❤️

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