Inspiration

Wie du GARANTIERT ein mittelmäßiges Leben führst



1. Denke KLEIN.
Das ist das ALLERwichtigste.
Bewege dich gedanklich in einem kleinem Rahmen.

 

Wie das geht?
Hier ein paar praktische Anleitungen.

Mein Haus, mein Mann, meine Kinder (mein Boot)
Drehe dich ausschließlich gedanklich darum, und mache es zu deinem obersten Ziel, dass „in deiner kleinen Farm“ alles gut läuft.
Läuft es da mal nicht so gut, bist du schon beschäftigt.
Sehr schön.

Präge dir Sätze ein wie:
– Hauptsache, den Kindern geht’s gut.
– Hauptsache, wir sind alle gesund.
– Wenn die Kinder glücklich sind, bin ich auch glücklich.
– Hauptsache, ich habe einen Partner, der mich lieb hat.

 

2. Beschäftige dich ausführlich mit Dingen, die dich nicht weiterbringen.
Dafür solltest du dir wirklich Zeit nehmen, und nicht so leicht wieder aufgeben.

Ein Autofahrer hat dich beschimpft?
Denke minutenlang darüber nach, was für Deppen es auf der Straße gibt, und mittels welcher Methoden aus SCI-Miami man sie beseitigen könnte (würgen, überfahren, Leiche beseitigen, etc.)

Dein Mann hat deinen Geburtstag vergessen/etwas in der falschen Farbe gekauft?
Schmolle ruhig eine Weile, was sein muss, muss sein.
Er schätzt dich wohl nicht, ha?!
Hat er nach 1-2 Tagen vergessen, was war, erinnere ihn beiläufig in einem Nebensatz daran: „ach, ich muss mal wieder Blumen kaufen… ICH BEKOMME JA KEINE GESCHENKT.“

Deine Freundin meldet sich nicht bei dir seit Wochen?
Male dir vor deinem geistigen Auge, warum sie sauer auf dich sein könnte/was sie gegen dich haben könnte/was du falsch gemacht hast beim letzten Treffen, etc.

Eine Frau im Kindergarten/dein Arbeitskollege/eine Bekannte hat komisch in deine Richtung geschaut?
Du solltest dir richtig Zeit dafür nehmen, gedanklich ALLE Möglichkeiten durchzuspielen, wieso, weshalb, warum?
Lag es an dir?
Hast du etwas falsches gesagt?
Hättest du lieber was anderes sagen sollen?

 

3. Mein wichtigster Rat:
Mache dir zum obersten Ziel, ALLE zufrieden zu stellen.
Es soll JEDER gut finden, wie du bist, und was du tust, wie du dich anziehst, wie du mit deinen Kindern umgehst, und wie du den Alltag meisterst.
Sei also nicht allzu begeistert vom Leben, nachher finden das welche anmaßend und unnatürlich.
Ziehe dich möglichst unauffällig an, und falle auch sonst nicht aus der Reihe.

Orientiere dich in jedem Fall an allen anderen:

– meckern alle Eltern darüber, wie anstrengend und schwer die Schule für ihre Kinder ist, seufze auch tief und nicke verständnisvoll mit dem Kopf, selbst, wenn dein Kind es locker nimmt. Oder du ;-).

– Finden alle in der Firma den Neuen absolut unausstehlich, dann machst du es eben wie alle.
Unterstehe dich, den Neuen zu ermutigen, zu mögen, oder gar lieb zu haben.
Hallo, nachher sind die anderen sauer!
Das ist GANZ BESONDERS an der Schule wichtig!
Finde jeden doof, der nicht mainstream ist, und den die anderen assozial finden.
Ziehe dich auch in der Schule immer nur so, wie es den ANDEREN gefällt.
Gott bewahre, sie würden hinter vorgehaltener Hand über deinen zu kurzen Rock reden…

– Hassen alle die Lehrerin, von der du aber am meisten lernst, dann ziehe auch über sie her, wie wenn’s keinen morgen gäbe.

– sind alle depressiv aufgrund der aktuellen wirtschaftliche Lage/Arbeitslosigkeit, etc., und machen sich berechtigte Sorgen, dann mache um Himmels willen mit!
Weißt du etwa, ob es dich nicht morgen auch treffen könnte?

– Falls du einen Blog hast: blogge unbedingt nur über harmlose Dinge wie Geschirr oder Schokokuchen.
Überlege vor jedem Satz, den du schreibst, ob er nicht falsch verstanden werden könnte, und ob er nicht jemand vor dem Kopf stösst.
Es darf sich nie einer durch deine Art angegriffen fühlen.
Schreibe also nie etwas Persönliches oder aus der Reihe fallendes, nachher ist einer sauer und kommt nicht wieder!
Es geht schließlich um Leserzahlen.
Schreibt jemand einen negativen Kommentar, tue ja nicht, was ich tue: es ungelesen löschen!
Nein, Gott bewahre!
Lese es sorgfältig durch (am besten mehrmals), erzähle es deinem Mann und deiner Freundin, und rechtfertige und erkläre dein Verhalten in einem der nächsten Posts.
Ist ja wichtig, dass jeder versteht, dass du es nicht böse gemeint hast, und sich alle wieder lieb haben.
Du willst es doch so gerne jedem recht machen!

 

4. Wenn du von etwas träumst, dann beziehe es auf materielle Güter.
Entwickele keine weitreichenden Pläne oder Visionen.
Vermeide großspuriges Denken.
Greife nicht nach den Sternen, da könnte ja jeder kommen.

Solltest du auf die wahnwitzige Idee kommen, eine kühne Vision zu haben, die deine bisherigen Möglichkeiten übersteigt, und dein Leben dramatisch verändert, verwirf sie sofort wieder, wenn:

a) dein Mann der Meinung ist, dass das nichts wird („Schatz, du kannst ja nicht mal richtig putzen. Wie willst du dann die Kinder in Südamerika retten?“. Logisch. KANN ja nix werden.)
b) deine Eltern/Schwiegermutter der Meinung ist, dass das nichts wird (achte auf ihre Mimik, während du es erzählst. Bei DEM Gesichtsausdruck brauchst du gar nicht erst loslegen, das kann ja nur scheitern.)
c) nicht jeder in deiner Umgebung damit einverstanden ist, und es nicht GENAUSO sehen kann,
c) du von jemand hörst, der dasselbe tun wollte, und keinen Erfolg hatte. Klar, ist sicher ein universales Gesetz. Quasi ein Zeichen für dich.
d) du deinen Kontostand anschaust, und gerade mal 3,50€ für deinen Traum übrig bleibt. Geb’s auf. Sofort!

Unter allen Umständen solltest du nicht darüber visionieren, wie es wäre, mehr Menschen zu inspirieren und glücklich zu machen, als sich in deinem unmittelbaren Umkreis befinden.
Kommst du aus einem kleinem Dorf: dann nehme so ne Art „Dorf-Denken“ an.
Bist du in einer Art „Ghetto“ aufgewachsen: dann denkst du eben „Ghetto“, war ja schon immer so, nichts wird sich je ändern.

 

5. Vermeide Kontakt mit jedem, der dich herausfordert und deine Bequemlichkeits-Zone stört.
Begegnest du also Menschen, die offensichtlich erfüllter sind, erfolgreicher, glücklicher, reicher, etc. – dann ziehe am besten gleich über sie her.
„Ja, sie ist zwar erfolgreich, aber bestimmt schreit sie ihre Kinder an.“ (komm schon, dir fällt etwas ein, was du fieses sagen kannst).
Wage es ja nicht, sie nach dem Geheimnis ihres Erfolges zu fragen, und höre ihnen nicht zu, wenn sie reden!
Höre stattdessen lieber denjenigen deiner Freunde zu, die sich in ner ähnlichen Lage wie du befinden (genervt, arm, überfordert, frsutriert, gestresst, etc.) – das verbindet so, wenn Ihr euch gegenseitig darin bestätig, und tut auch irgendwie gut.
Rege dich also über alles auf, und mache grundsätzlich alles schlecht, was dich in deiner jetzigen Situation konfrontiert.

 

6. Und zum Abschluss:
IDENTIFIZIERE DICH mit deinen jetzigen finanziellen Möglichkeiten!
Ganz wichtig!
Bist du jetzt Bill Gates oder was?

Na also.
Ne, du bist eben „ein armer Student“ oder ein „mittelloser Künstler“ oder ihr seid eben „ne Familie mit 3 Kindern, da kann man sich nichts erlauben.“
So trittst du auf, und betonst es überall, damit es ja keinem entgeht.
Schau erstmal in deinen Geldbeutel, ob dir die Dinge überhaupt leisten KANNST, von denen du träumst?
Siehste.
Auf keinen Fall mit erhobenem Haupt und stolzgeschwellter Brust in ein teures Cafe eintreten, wenn man es sich nicht leisten kann, oder von der Welteroberung träumen, wenn man den Mindest-Sozialsatz zum leben hat.
Wo kämen wir denn dahin?

 

7. JEDE Aurede ist recht, solange sie dich in deinem jetzigen (Armuts-, Mangel-, Kleindenk-) Bewusstsein festhält und dich in deinem Tun bremst.
JEDE.
Nimm eine Krankheit („ich würde ja gerne, aber mein Rheuma/Migräne…“)
Oder jetzige Lebenssituation („wir haben so viele Schulden, was soll ich da große Pläne machen…“)
Oder einen Umstand („WENN endlich diese und jenes, DANN werde ich loslegen…“).
Hauptsache, alles bleibt wie es ist.

Satz der Woche:
Denke daran:
ist da ein Feuer in deinem Herzen, dann nutze jede erdenkliche Möglichkeit, es zu löschen, und lebe einfach WIE ALLE ANDEREN.
Dann musst du nix verändern, und alles bleibt beim Alten.

Liebesgrüße
Joanna

p.s. Mittelmaß ist dir nicht genug?
Du willst so richtig scheiße drauf sein?
Dann lese nochmal HIER nach :-).

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63 Comment

  1. Reply
    Lisa
    13. Oktober 2011 at 20:16

    Genau darüber hatte ich heute ein (leider etwas zu kurzes, da die Pause eh schon überzogen war…) Gespräch mit ein paar Kommilitonen… das ungefähr endete mit "Aber warum machen die das so? Die werden doch niiiiiiiie glücklich!" Und das will doch eigentlich jeder sein… Du triffst den Nagel mal wieder voll auf den Kopf. Solche Posts von Dir würde ich manchmal am liebsten tausendfach ausdrucken und überall verteilen, weil ich leider viel zu viele kenne, die ganz genau so sind… und ich gebe zu, ab und zu ertappe ich auch mich selbst in solchen Situationen 😉
    Danke, dass Du einen immer wieder darauf stößt! Manchmal wird es einem doch erst dann bewusst.
    Liebe Grüße,
    Lisa

  2. Reply
    Anonym
    13. Oktober 2011 at 20:31

    Liebe Joanna,

    ich lese nun schon seit einiger Zeit deinen Blog und deine positiven und oftmals auch sehr witzigen Zeilen machen einfach glücklich- TOLLTOLLTOLL!! Wie oft lässt man das fiese böse Gedankenkarussell ganz viele Runden drehen und ruft nicht einfach "STOPP", um das Leben endlich zu lieben und zu leben. EGAL, was andere denken!! Aber es lohnt sich definitiv und das sollten wir uns jeden Tag immer wieder vor Augen führen. Du hilfst uns dabei 🙂 Dafür ein RIESEN DANKESCHÖÖÖÖN 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Fine

  3. Reply
    RALV
    13. Oktober 2011 at 23:01

    Sehr sehr klasse geschrieben, und so wahr.
    Danke und liebste Grüße
    RALV

  4. Reply
    Tausenderlei Glück
    14. Oktober 2011 at 6:39

    Joanna-Schneckchen, ich habe deinen Beitrag gestern abend gelesen und dachte dabei mehrmals, was ist das ? Was sind das für negative Zeilen? Und es hörte nicht auf …. ich werde es auf jedenfall kein zweites Mal lesen. Das halte ich nicht aus.
    Der Beitrag ist für mich, sowas von nichtauszuhaltenundbäh ……

    Mehr Worte möchte ich darüber auch nicht verlieren.

    Lustig finde ich die Beiträge anderer und erfreue mich an die Vielfalt der Gedanken, Gefühle und Anregungen, so mancher Leserin …

    Wir sind schon ein buntes Völkchen …

    Herzliche Grüße Heike

  5. Reply
    Miss JennyPenny
    14. Oktober 2011 at 6:40

    Ich grübel immer und immer wieder, wie du es schaffst diese Joanna-Überlebenspost immer zum richtigen Zeitpunkt zu verfassen? Toll geschrieben und so wahr!
    Danke dafür!

    9000383883777336… Küsse von Jenny, die dich mit Haut und Haar liehieb!

  6. Reply
    Joanna
    14. Oktober 2011 at 6:51

    Heikeeeee… dat is doch IRONISCH gemeint ;-)))…

    Love u!

  7. Reply
    casa di carlotta
    14. Oktober 2011 at 8:35

    Joanna!

    Ich liebe Dich!

    Fühl' Dich ganz fest umarmt, denn Du hast mich wieder mal dazu gebracht, vor dem PC zu sitzen und aus vollem Hals zu lachen!

    Danke, Danke, Danke!

    Sonnige Grüße von Sandra

  8. Reply
    Anonym
    14. Oktober 2011 at 17:27

    Oh du bist sooo toll!!! <3 Ich liebe deinen Blog!!! Ohne ihn fehlt mir mittlerweile was.

    >>Ein Indianerjunge unterhält sich mit seinem Großvater. Der Grossvater erzählt ihm, im Traum hätten zwei Tiere um die Vorherrschaft in seinem Herzen gekämpft…eines, das ihn zerstören wollte und eines, das ihn in liebevoller Art erhalten wollte.
    "Und welches wird gewinnen?" fragte der kleine Indianerjunge.
    "Das, welches ich füttere", antwortete der Grossvater.<<

    Gaaanz liebevolle Grüße aus Nürnberg
    Jasmin

  9. Reply
    pocalinde
    14. Oktober 2011 at 19:17

    ich geb dir ja völlig recht! NOCH BESSER fände ich das ganze aber im positiven Sinne geschrieben… ich weiß, es ist ein ellenlanger text, aber vielleicht wird dein nächster Liebesbotschaftspost nochmal ein positiv formulierter?????
    Das wär klasse!!!! Dann könnte ich mir das immer wieder durchlesen und ich finde dann verinnerlicht man es besser..
    was meinst du?
    GLG
    Nadine

  10. Reply
    Kati
    17. Oktober 2011 at 20:33

    Ich könnt dich knutschen!!! Danke für deine immer tollen und positiven Worte!

  11. Reply
    Annett W.
    20. Oktober 2011 at 10:19

    Liebe Johanna,
    danke – vielen, lieben Dank für diesen Post – passend zu meiner Stimmung! Ich bin beim Lesen ab und zu rot geworden, weil ich mich gerade fürchterlich ertappt gefühlt habe. Jedoch habe ich danach geschmunzelt und hab mich sogar dabei erwischt, wie ich wirklich schallend lachen musste. Und das wo ich mich doch gerade wirklich so schlecht fühle und andere dafür verantwortlich machen wollte….. Du hast recht und ich danke Dir in aller Form für das WACHRÜTTELN, was ich leider auch ab und zu nötig habe. Als Liebesbotschafterin bist Du einfach eine Wucht!!!! Die Botschaft ist bei mir ganz sicher angekommen und ich sende gerne Liebe zurück ;o)))) Annett

  12. Reply
    Anonym
    21. Oktober 2011 at 9:15

    Ja, soooo schöne Überraschungen! 🙂
    Da freue ich mich mit dir. Sogar dein geliebtes Kochbuch! 🙂

    Mir ist Häagen Dasz Eis auch lieber!

    Dir ein schönes Wochenende!

    LG Sabine aus Frankfurt

  13. Reply
    Miss Fairytalez
    21. Oktober 2011 at 9:50

    Jaja… Die gute alte Anleitung zum Unglücklichsein… Sollte jeder gelesen haben. Ich erzähle kommunikationsunfähigen Mitmenschen immer gern mal wieder "Die Geschichte mit dem Hammer". Sehr schön abgeleitet 😉

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